Die New Yorker Finanzfirma Cerberus ist nicht nur Großaktionär der Deutschen Bank (und der Commerzbank), sondern offenbar auch Großkunde des unverändert führenden deutschen Geldhauses: Die DEutsche Bank soll dem US-Investor im vergangenen Jahr Kredite in Höhe von rund 5,7 Milliarden US-Dollar gewährt haben. Das berichtet das "Wall Street Journal". Mit dem Geld soll Cerberus ausfallgefährdete Immobilien- und Schiffskredite finanziert haben – Geschäfte, die für das Geldinstitut selbst nur schwer vermittelbar wären.

Cerberus hält derzeit rund drei Prozent der Aktien der Deutschen Bank. Zugleich ist das Unternehmen auch als Berater bei dem Finanzinstitut aktiv: Cerberus-Manager Matt Zames hilft der Deutschen Bank seit einem Jahr dabei, deren hohen Liquiditätsreserven lukrativer anzulegen. Derzeit deponiert die Deutsche Bank einen Großteil ihrer Reserven bei der Europäischen Zentralbank und zahlt dafür Strafzinsen.

Keine Sonderkonditionen für Großaktionäre
Die dreifache Rolle des US-Investors ist durchaus umstritten. So haben die Cerberus-Consultants Zugang zu Informationen, die anderen Aktionären nicht vorliegen. Der Beratervertrag sieht zwar vor, dass das Unternehmen während der Vertragslaufzeit keine Aktien der Deutschen Bank ver- oder zukaufen darf. Diese Verpflichtung läuft nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) aber ein halbes Jahr nach Vertragsende aus.

Auch bei den Krediten fürchten Marktbeobachter Interessenskonflikte. Das Aktienrecht sieht nämlich vor, dass Banken bei Krediten an Großaktionäre keinerlei Sonderkonditionen vereinbaren dürfen. Ceberus und die Deutsche Bank teilten auf Anfrage der SZ mit, dass sie mit den Interessenskonflikten umgehen könnten. (fp)