Das Stellenabbau-Programm der Deutschen Bank trifft das heimische Privatkundengeschäft stärker als bisher angenommen. 350 Stellen sollen in den zentralen Abteilungen des Geschäftssegments bis Ende nächsten Jahres wegfallen, teilte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Karl von Rohr am Dienstag in einem Brief an die Mitarbeiter mit. Das entspricht jedem dritten Arbeitsplatz.

"Wir werden das Privatkundengeschäft in Deutschland nur rentabel und zukunftsfähig gestalten, wenn wir die Kosten weiter deutlich senken", zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) aus dem Schreiben. "Dafür müssen wir über den bisherigen Rahmen hinaus weitere Maßnahmen treffen." Betroffen sind demnach die Bereiche Kundenmanagement, Produktmanagement und Organisation. Dabei sollen auch Führungspositionen wegfallen.

Mitarbeiter sollen entschädigt werden
Etwa jeweils die Hälfte der Jobs will die Bank in den Zentralen der Tochter Postbank in Bonn und der Deutschen Bank in Frankfurt abbauen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider. Mit den Gewerkschaften soll die Bank einen Interessensausgleich vereinbart haben, der Stellenabbau soll laut von Rohr "so sozialverträglich wie möglich" sein. 

Die Entlassungen sind Teil der Neuausrichtung der Deutschen Bank, in dessen Zuge das Institut die Zahl der Angestellten insgesamt um 18.000 verringern will. Die Kürzungen im Privatkundensegment sollen einen großen Teil dazu beitragen, weil das Geldhaus so die im Jahr 2009 übernommene Postbank nun komplett in ihre eigenen Abteilungen integriert. (fp)