Börsennotierte Indexfonds, kurz ETFs, sind günstiger als aktiv verwaltete Fonds. Die Deutsche Börse macht die indexorientierte Anlage nun aber noch attraktiver. Auf der hauseigenen elektronischen Handelsplattform Xetra sollen künftig keine Kosten mehr bei der Ausführung von ETF-Sparplänen anfallen. "Mit der Streichung der Transaktionsentgelte wollen wir die Attraktivität von ETFs als langfristiges Anlageprodukt weiter erhöhen und auch neue Anleger für den Kapitalmarkt gewinnen“, begründet Hauke Stars, Vorstand Cash Market, Pre-IPO und Growth Financing den Schritt der Deutschen Börse in einer Presseaussendung.

Bisher liegen die Gebühren je nach Ordergröße zwischen 60 Cent und 24 Euro, berichtet das "Handelsblatt". Bei ETF-Sparplänen fallen diese Kosten bei den Händlern, also Banken und Brokern, an. Fallen diese Kosten weg, können Finanzinstitute die Einsparung an Kunden weitergeben. Die Hoffnung von Stars: Die Deutschen verlieren die Angst vor Investments am Kapitalmarkt und ETFs.

Die Finanz- und Anlagebranche müsse generell mehr tun, um Kunden diese Form der Investments näher zu bringen. "Gerade vor dem Hintergrund des stetig sinkenden Rentenniveaus müssen wir tätig werden", sagt Stars. Arbeitnehmern blieben aktuell laut ihrer Einschätzung zwei Möglichkeiten um die Rentenlücke zu schließen: "Entweder müssen sie wesentlich länger arbeiten oder sie investieren ihr Erspartes langfristig und breit gestreut am Kapitalmarkt."

Friedrich Merz: Politik muss eingreifen
Auch der CDU-Politiker Friedrich Merz befürwortet diesen Schritt, berichtet das Handelsblatt. Der Aufsichtsratschef des Vermögensverwalters Blackrock in Deutschland sieht die Politik in der Pflicht, bessere Voraussetzungen zu schaffen. Rein auf freiwillige Initiativen könne man nicht vertrauen. Eine Aktiensteuer, wie Bundesfinanzminister Olaf Scholz sie forciert, sieht er darum kritisch. (fp)