Ein großer Teil der deutschen Finanzbranche erwartet Ende März einen harten Brexit. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Center for Financial Studies. Demnach sind 46 Prozent der Befragten der Ansicht, dass Großbritannien ohne Abkommen aus der EU austreten wird. 52 Prozent erwarten einen glimpflichen Ausgang. Gleichwohl haben sich 66 Prozent der Befragten dagegen ausgesprochen, dass die EU weitere Zugeständnisse an die Briten macht.

Rund die Hälfte der Umfrageteilnehmer denkt, dass Finanzinstitute in Deutschland nicht genügend auf einen Brexit ohne Abkommen vorbereitet sind. "Der Finanzsektor hat sich in Teilen zu sehr auf einen geordneten Brexit verlassen. Das könnte zu Marktverwerfungen führen, wenn es tatsächlich zu einem harten Brexit kommt", warnt Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies.

Londons Bedeutung wird schrumpfen
Ein ungeordneter Austritt Großbritanniens dürfte zu Unsicherheit auf den Märkten führen, Investitionsentscheidungen behindern und etliche Arbeitsplätze kosten. London würde in diesem Szenario wohl seine Stellung als wichtigster europäischer Finanzplatz nicht halten können. Davon sind 57 Prozent der Umfrageteilnehmer überzeugt. Die potenziellen Nachfolger stehen bereits in den Startlöchern. "Die Bedeutung des Finanzplatzes Frankfurt hat durch den Brexit zugenommen", sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance. (fp)