Wer in Deutschland auf eine hohe Rente hofft, hat es schwer, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Das zeigt der Global Retirement Index (GRI) der französischen Investmentbank Natixis. Am komfortabelsten haben es Ruheständler in Westeuropa. Sieben der zehn am besten bewerteten Länder liegen im Westen Europas. Deutschland schafft es innerhalb dieser Gruppe allerdings nur auf Rang 13. Für das Ranking analysierten die Anlegeexperten das materielle Wohlstandsniveau, das nationale Gesundheitssystem, die allgemeine Lebensqualität sowie die für den Ruhestand relevanten finanziellen Rahmenbedingungen.

Deutschland schneidet laut Natixis IM vor allem in der Kategorie Demografie schlecht ab. In der Bundesrepublik stehen sehr viele Rentner immer weniger Erwerbstätigen gegenüber, was sich negativ auf den Generationenvertrag und somit die Stabilität der Alterssicherung auswirkt. Deutschland belegt darum zum dritten Mal in Folge in der Kategorie Demografie Platz 39 von 44.

Steuerlast ist für die Vorsorge zu hoch
Ein weiteres Problem für deutsche Ruheständler ist laut dem GRI die hohe Steuerlast. Die Natixis-Fachleute haben hierfür die Höhe des gesamten Steueraufkommens im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt bewertet. Die deutsche Bilanz hat sich innerhalb des Rankings immer weiter verschlechtert.

"Ein schlechtes Ergebnis bedeutet, dass den Menschen netto weniger Geld für die finanzielle Altersvorsorge zur Verfügung steht", sagt Sebastian Römer, verantwortlich für das Natixis-Geschäft in Zentral- und Osteuropa. Die niedrigen Zinsen erschweren den sparfreudigen Deutschen laut Natixis-Untersuchung die Vorsorge zusätzlich. (fp)