Die deutsche Wirtschaft wurde hart von der Coronakrise und den damit verbundenen Maßnahmen getroffen. Das Bruttoinlandsprodukt ist 2020 um fünf Prozent eingebrochen, der kräftigste Rückgang seit der Finanzkrise. Doch weiter abwärts wird es wohl nicht gehen. "Wir gehen von einer kräftigen Wachstumserholung ab dem zweiten Quartal aus", sagt Jörg Zeuner, Chefvolkswirt bei der Investmentgesellschaft Union Investment. "Dank des erwarteten dynamischen Konjunkturverlaufs dürfte das BIP bereits Ende 2021 wieder sein Vorkrisenniveau erreicht haben."

Wirtschaftssektoren wie Großveranstaltungen, Messen und der Sektor der Freizeitgestaltung, die bislang nicht oder nur sehr eingeschränkt aktiv waren, würden voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte ihr Angebot wieder sukzessive hochfahren können. Insgesamt seien auch die schlimmsten Befürchtungen für den Jahresausklang 202 nicht eingetreten. "Trotz des neuerlichen Lockdowns hat die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal zwar Schrammen bekommen, aber sich offensichtlich besser geschlagen als erwartet", sagt Zeuner. 

Arbeitsmarkt unter Druck
Grund sei unter anderem die gute Lage des verarbeitenden Gewerbes aus, auch dank der Erholung in China. Sie konnte ein starkes Gegengewicht zu den Einbußen in Teilen des Dienstleistungssektor bilden. Allerdings werde gerade in diesem Sektor die Zahl der Unternehmensinsolvenzen weiter steigen. "Es dürften noch viele Arbeitsplätze verloren gehen. Auch wenn die Erholung insgesamt stark ausfallen dürfte – am Arbeitsmarkt wird sie zunächst nur schleppend voranschreiten", sagt Zeuner. (fp)