Wer zu Beginn der Corona-Pandemie mit sinkenden Preisen für Wohnimmobilien rechnete, lag mit dieser Annahme weit daneben, wie sich ein Jahr später zeigt. Die Pandemie hat die Nachfrage nach Eigentumswohnungen und Häusern nicht abgebremst, sondern sogar befeuert. Das zeigt etwa die der Bestand an Immobiliendarlehen der Mitgliedsinstitute des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (VdP): Im Jahr 2020 konnte dieser um 4,5 Prozent zulegen und ist nun auf rund 900 Milliarden Euro gestiegen, berichtet die "Neue Züricher Zeitung" (NZZ). 

Für den Nachfrageboom gibt es vor allem zwei Gründe: Zum einen sind die Bauzinsen nach wie vor sehr niedrig. Zum anderen ist die deutsche Wirtschaft besser durch die Krise gekommen als erwartet. Die Immobilienpreise sind im vergangenen Jahr entsprechend hochgeklettert – laut VdP um 5,9 Prozent. Bei selbst genutzten Immobilien liegt der Zuwachs sogar bei 7,4 Prozent. Damit sind die Immobilienpreise nun auf einem Allzeithoch. Das Forschungsunternehmen Empirica warnt in den Großstädten entsprechend vor Blasenbildung.  

Haus statt Wohnung
Mit Ausnahme von Köln bestehe die Gefahr einer Blase laut Empirica bei elf der zwölf größten Städte Deutschlands. Das sind Berlin, Hamburg, München, Bremen, Düsseldorf, Essen, Dortmund, Frankfurt am Main, Stuttgart, Dresden und Leipzig. Allerdings sind auch Immobilien auf dem Land beliebter geworden, denn seit dem Lockdown ist auch ein Trend zur Vergrößerung zu beobachten, schreibt die NZZ: Häuser mit größerem Grundstück und einem eigenen Garten sind derzeit besonders beliebt. Daher sind Nachfrage und Preise bei Ein- und Zweifamilienhäusern stärker gestiegen als bei Eigentumswohnungen. (fp)