Wohnimmobilien haben sich zuletzt weiter verteuert. Im dritten Quartal 2020 lagen die Preise für Häuser und Wohnungen in Deutschland durchschnittlich 7,8 Prozent über den Werten des Vorjahresquartals, meldet das Statistische Bundesamt laut Medienberichten. Damit verzeichneten sie den stärksten Anstieg seit dem Jahr 2016. Gemessen am zweiten Quartal dieses Jahres kletterten die Preise um 2,6 Prozent.

Die Wohnimmobilienpreise sind offensichtlich nicht trotz, sondern wegen der Corona-Krise weiter geklettert, heißt es im Börsenmagazin der ARD. Wer es sich leisten konnte, suchte unter dem Eindruck des Lockdowns im Frühjahr erst recht nach einem Ende beengter Verhältnisse, also mehr Wohnraum. "Wir sind der Auffassung, dass die Corona-Pandemie hier einen zusätzlichen und offenbar auch nachhaltigen Nachfrageschub bei gleichzeitig beschränktem Angebot erzeugt hat", sagt Bernd Leutner, Chef des Hamburger Beratungsunternehmens F+B. Die niedrigen Bauzinsen stützen den Immobilienboom zusätzlich.

Mehr günstigen Wohnraum schaffen
Einige Marktbeobachter sehen die Preisboom kritisch. Sie warnen vor einer möglichen Blasenbildung. "Das Risiko einer Überbewertung steigt, insbesondere in den Ballungsgebieten", zitiert das "Handelsblatt" den wissenschaftlichen Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, Sebastian Dullien. Komme es zu einer Preisblase, könne deren Platzen eine Bankenkrise nach sich ziehen. Dullien spricht sich dafür aus, den öffentlichen Wohnungsbau anzukurbeln, um den Wohnraummangel abzumildern und den Preisauftrieb am Immobilienmarkt zu bremsen. (fp)