Die bereits seit 1994 in Frankfurt aktive Fondsgesellschaft Acatis hat sich personell und strategisch neu aufgestellt. Gründer Hendrik Leber will mehr Zeit in das Management seiner großen Fonds investieren, Thorsten Schrieber übernimmt in der Geschäftsführung die Verantwortung für Vertrieb, Marketing und Unternehmensentwicklung.

Beide wollen auf die Vorteile einer schlanken Boutique mit schnellen Entscheidungen, effizienten Prozessen und langfristigem Investieren setzen, wie sie im Interview für die aktuelle Magazinausgabe von FONDS professionell erklären. Umgesetzt werden soll das unter anderem mithilfe von künstlicher Intelligenz, die helfen soll, die Analyse und Vorauswahl von Aktien beschleunigen, ohne die finale Anlageentscheidung an Maschinen zu delegieren.

Eine Zwischenetappe
Ganz allgemein hält Hendrik Leber die KI zwar für einen langfristigen Treiber, der Wirtschaft und Kapitalmärkte noch über Jahre prägen werde. Die aktuelle Börsenphase sei jedoch nur eine Zwischenetappe. Der Acatis-Gründer verweist auf aus seiner Sicht hohe Investitionen in KI-Infrastruktur bei bislang nur vergleichsweise geringen Erträgen sowie auf langfristige Abnahmeverpflichtungen. Wie in früheren Technologie- und Spekulationszyklen dürften nach einer Enttäuschungsphase nur wenige große Anbieter übrig bleiben, ist Leber überzeugt.

Es werde aber keinen abrupten Einbruch geben, ergänzt Thorsten Schrieber, der eher von einer Korrektur in "Kaskaden" ausgeht. Risiken verorten beide dabei besonders in Anlageformen wie Private Equity und Private Debt, in denen sich Überinvestitionen und nur schwer durchschaubare Finanzierungen zu stark konzentrieren könnten.

Beim aktuellen Dauerthema Altersvorsorgedepot peilt das Haus einen pünktlichen Start zum 1. Januar 2027 an. Als Abwicklungspartner für das Produkt, für das Acatis im Mai den Acatis Altersvorsorgedepot UCITS ETF lancierte, ist die Baader Bank vorgesehen. (hh)


Einige ausgewählte Zitate aus dem Interview mit Hendrik Leber und Thorsten Schrieber haben wir in der Bilderstrecke oben zusammengetragen – einfach durchklicken. Das vollständige Gespräch findet sich in Ausgabe 3/2026 von FONDS professionell ab Seite 366.