Dividende oder Aktienrückkauf? Fondsmanager hat klare Meinung
Wohin mit dem Gewinn? Aktien zurückkaufen oder Bares an die Anleger ausschütten? Viele Vorstände, insbesondere in den USA, entscheiden sich für die erste Option – aus nachvollziehbaren Gründen. Doch es spricht auch vieles für eine Dividendenzahlung, meint ein Portfoliomanager.
Matt Kirby, Manager für globale Aktien bei Royal London Asset Management, stimmt die Erfolgsbilanz von Aktienrückkäufen eher skeptisch. In vielen Fällen sieht er Dividenden als überlegene Strategie an, wie er in einem aktuellen Marktkommentar erläutert.
Sowohl Aktienrückkäufe als auch Dividenden zählen zu den Instrumenten, mit denen börsennotierte Unternehmen Kapital an ihre Anleger zurückführen können. "Aktienrückkäufe gelten weithin als die sauberste und aktionärsfreundlichste Verwendung von Kapital. Sie sind flexibel, steuereffizient und verringern die Anzahl ausstehender Aktien, wodurch der Gewinn je Aktie steigt", erläutert Kirby. "Genau diese Betrachtungsweise verschleiert jedoch die tatsächlichen wirtschaftlichen Abwägungen."
Ernüchternde Ergebnisse
In der Praxis hätten jahrzehntelange Rückkaufprogramme oft zu enttäuschenden Ergebnissen geführt. "Aktienbasierte Vergütungen haben die Wirkung von Rückkäufen nahezu vollständig zunichte gemacht: Kapital, das andernfalls reinvestiert oder ausgeschüttet werden könnte, wird eingesetzt, um auf der Stelle zu treten", meint der Fondsmanager. Rückkäufe seien zudem prozyklisch: "Am aggressivsten sind sie, wenn Bewertungen hoch sind."
Die langfristigen Aktionärsrenditen würden durch die Rendite auf das inkrementelle Kapital bestimmt, erläutert der Royal-London-Manager. "Rückkäufe zu überhöhten Preisen führen zu niedrigen künftigen Renditen, unabhängig davon, wie attraktiv das zugrunde liegende Unternehmen sein mag."
Regelmäßige Ausschüttungen zwingen zu Disziplin
Kirby zufolge werden Dividenden oft unterschätzt, "weil sie Disziplin einfordern, anstatt Wachstum zu versprechen". Sie zwängen das Management dazu, im fairen Wettbewerb um Kapital zu bestehen, und gäben die Entscheidungshoheit gewissermaßen an die Aktionäre zurück. "Gute Kapitalallokation erfordert letztlich Bescheidenheit: Manager müssen erkennen, ob der beste Kapitaleinsatz im Unternehmen liegt, ob er an die Aktionäre zurückgegeben werden sollte – oder ob Zurückhaltung die wertvollste Entscheidung ist." (fp)




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