In Deutschland ist das Dividendenwachstum in dem für europäische Bargeldfans wichtigen zweiten Quartal geringer ausgefallen als in den Vergleichsländern. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Henderson Global Dividend Index hervor. Demnach ist die Summe aller Dividenden in den Monaten April bis Juni um zwei Prozent auf umgerechnet 28 Milliarden Euro gestiegen.

Das im Vergleich zu anderen europäischen Ländern schwache Dividendenwachstum begründet sich jedoch hauptsächlich durch die Entwicklungen von zwei traditionell wichtigen Dividendenwerten: Volkswagen hatte im Zuge des Diesel-Emissionsskandals seine Ausschüttung um 98 Prozent gekürzt, während die Deutsche Bank ihre Gewinnbeteiligung komplett strich. 

Allianz nicht mehr größter Dividendenzahler
Abgesehen von diesen beiden Unternehmen war die Entwicklung der Ausschüttungen erfreulich: Neun von zehn Unternehmen haben ihre Dividenden entweder erhöht oder stabil gehalten. Der Autobauer Daimler war mit einem Plus von 38 Prozent auf Dollar-Basis für eine der größten Dividendenerhöhungen verantwortlich und überholte somit die Allianz als größten deutschen Dividendenzahler.

Europaweit wurden rund 124 Milliarden Euro ausgeschüttet – ein Plus von 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mehr als vier Fünftel der Unternehmen hielten ihre Ausschüttungen konstant oder erhöhten sie. Neben Deutschland fiel auch Spanien zurück, was an Dividendenkürzungen bei Santander lag. Die Niederlande und Frankreich lieferten unterdessen weltweit das zweit- beziehungsweise drittstärkste Wachstum.

Traditionell wichtigste Ausschüttungs-Periode
Das zweite Quartal ist für europäische Unternehmen traditionell die wichtigste Ausschüttungs-Periode, laut Henderson entfallen rund zwei Drittel der über ein Jahr hinweg ausbezahlten Dividenden auf diesen Zeitraum. In den USA, wo sich das Wachstum im Vergleich zu den vorherigen Quartalen abschwächte, ist die saisonale Verteilung hingegen viel gleichmäßiger.

Weltweit stiegen die Dividendenzahlungen unterm Strich um 2,3 Prozent auf umgerechnet rund 373 Milliarden Euro. Der von Henderson veröffentlichte Index erreichte mit 161 Punkten den höchsten Stand seit Ende 2014. (dw)