Deutschen Sparern entgeht durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) jährlich ein hoher zweistelliger Milliardenbetrag – und daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Für Investoren muss das nicht zum Nachteil sein: Anleger sollten die Bedingungen nutzen und die Notenbanken für sich arbeiten lassen, rät Richard Schmidt, Anlagestratege bei der Vermögensverwaltung DJE Kapital.

Gut geeignet seien dafür Multi-Asset-Fonds. Mit diesen Produkten legen sich Investoren nicht auf eine einzelne Assetklasse wie Aktien oder Anleihen fest, sondern können von den Chancen verschiedener Anlageklassen profitieren – angefangen bei Gold und Silber bis hin zu Anleihen von Unternehmen aus den Schwellenländern. In der Vergangenheit haben die Nullzinspolitik der Notenbanken in Kombination mit dem Kauf von Anleihen und Aktien in Billionenhöhe dazu geführt, dass Aktien, Immobilien oder auch Anleihen einen beispiellosen Aufstieg hingelegt haben. Ein Ende sei laut Schmidt derzeit nicht absehbar.

Versicherung gegen fallende Kurse
Mit Multi-Asset-Fonds könnten Anleger nicht nur von steigenden Kursen und niedrigen Zinsen profitieren, so der DJE-Stratege. Sie könnten sich auch nach unten gegen hohe Wertverluste absichern. "Multi-Asset-Fonds lassen sich mit Wertsicherungskonzepten kombinieren", erklärt der Anlageprofi. Dabei werden Aktien und andere risikoreiche Positionen schrittweise reduziert, sobald die Wertentwicklung des Fonds vorher festgelegte Zielmarken unterschreitet. "Zusätzlich wird der Fonds besonders robust aufgestellt, in dem ein hoher Anteil von negativ mit Aktien korrelierten Positionen wie Pfandbriefen oder deutschen Staatsanleihen aufgenommen wird", sagt Schmidt. Sie bilden ein Gegengewicht zum Aktienanteil. (fp)