Gold gilt traditionell als guter Inflationsschutz. Obwohl die Verbraucherpreise im bisherigen Jahresverlauf rasant gestiegen sind, konnte das Edelmetall aber zuletzt nicht glänzen, stellt Stefan Breintner fest, Research-Chef und Fondsmanager bei DJE Kapital. Mit einem Preis von rund 1.808 US-Dollar liegt der Preis für eine Feinunze Gold momentan gut fünf Prozent unter dem Niveau vom Jahresbeginn. "Auch vom Crash des Bitcoin konnte Gold kaum profitieren", analysiert Breintner.

Der Investmentexperte geht davon aus, dass sich die Gold-Schwäche bis auf weiteres fortsetzt. Im vergangenen Jahr seien Gold-ETFs der Haupttreiber der Preisentwicklung gewesen, erklärt er. "Angesichts einer erwarteten Erholung des weltweiten Wirtschaftsgeschehens ziehen viele Investoren nun aber ihr Geld aus Gold-ETFs ab, da sie temporär bessere Chancen in anderen Sektoren sehen." Mit Blick auf die Inflationsentwicklung scheinen Gold-Anleger bereits eine gewisse Normalisierung einzupreisen.

Rekordmarken bleiben außer Reichweite
Aus China und Indien gibt es ebenfalls Gegenwind für das Anlagemetall, sagt Breintner. Dort sei die Nachfrage nach physischem Gold zuletzt gesunken. "Belastend für Gold, aber auch für Rohstoffe generell war zuletzt auch die Stärke des US-Dollars", erklärt der Experte. Sollte die Europäische Zentralbank (EZB) expansiver bleiben als die Fed, könnte dieser Faktor auch weiterhin eine Rolle spielen. Das Fazit des DJE-Spezialisten: Zwar bleibe ein gewisser Gold-Anteil im Depot zu Absicherungszwecken sinnvoll. "Ein Anstieg Richtung Höchststände erscheint aber kurzfristig unrealistisch." (fp)