Investoren wie Fonds- oder Dachfondsmanager, die den Aktienmarkt nicht verlassen dürfen oder denen ein Hedging zu teuer oder aus regulatorischen Gründen nur eingeschränkt möglich ist, wird interessieren, welche Branchen in schwachen Börsen- und Konjunkturphasen einigermaßen "Deckung“ vor Kursverlusten bieten. Mit zunehmender Reife eines Konjunkturzyklus und sich eintrübenden Erwartungen ist die Umschichtung von zyklischen in defensive Werte ratsam, erklärt DJE Kapital. "Dabei sollten sie vor allem die Branchen Nahrungsmittel und Getränke sowie Gesundheit übergewichten", sagt Kilian Stemberger, Mitarbeiter Research & Portfoliomanagement sowie Analyst für quantitative Portfoliokonzepte und Datenanalyse.

Auf Banken- und Industriewerte sollten Anleger dagegen lieber verzichten, rät Stemberger. Mit Blick darauf sollten sie starke Übergewichtungen in deutschen Aktien reduzieren und stattdessen US-Titel zukaufen. "Deutsche Banken und Industriewerte weisen ohnehin einen stark positiven Zusammenhang zur Konjunktur auf. Außerdem ist der US-amerikanische Markt der mit dem höchsten Anteil an defensiven Sektoren, die entsprechend in Schwächephasen übergewichtet werden sollten", erklärt der Analyst. Auch japanische Aktien hält er für attraktiver als deutsche, obwohl der Konjunkturzyklus des Landes ebenfalls weit fortgeschritten ist. 

Konjunkturunabhängige Titel kaufen
Grundsätzlich sollten Anleger in der aktuellen Zyklusphase Unternehmen bevorzugen, die auch in Zeiten schwacher Konjunktur stabile Gewinne erwirtschaften. "Auf Sektorebene führt das zu einem negativen Testat beispielsweise für die Automobilbranche, Rohstoffe und Banken. Demgegenüber steht eine Bevorzugung der Sektoren Nahrungsmittel und Getränke, Haushaltsgüter, Versorger und Gesundheit", so Stemberger. Auch der Telekommunikations- und Chemiesektor gehörten zu den wenig konjunktursensiblen Sektoren. (fp)