Bei Telekommunikationsdienstleistern haben sich interessante Anlagechancen aufgetan, sagt Anders Tandberg-Johansen, Portfoliomanager bei DNB Asset Management. Die Branche verzeichne stabile Erträge, Telekom-Aktien seien überdies historisch günstig bewertet, erklärt er. "Die Sektorvertreter verbessern kontinuierlich ihre Kapitalrendite und steigern ihre Kosteneffizienz." Die Gewinnschätzungen sind niedrig, zugleich wirkt die Covid-19-Pandemie als Katalysator für viele Unternehmen aus der Branche. Ihre Cashflow-Rendite dürfte um bis zu zehn Prozent pro Jahr steigen, prognostiziert Tandberg-Johansen.

Anleger sollten nicht dem Irrtum erliegen, dass Telekommunikationstitel zu den Tech-Aktien gehören. Sie haben sich längst vom Software- und Services-Sektor entkoppelt, erklärt der DNB-AM-Manager – und gelten nicht als Wachstums-, sondern als Substanzwerte. Das bedeutet auch, dass sie zuletzt deutlich schlechter abgeschnitten haben als wachstumsstarke Technologieaktien. "Die lange Zeit der Outperformance des Tech-Sektors gegenüber den Telecoms dürfte sich dem Ende nähern", ist Tandberg-Johansen aber überzeugt.

T-Aktie bleibt hinter dem breiten Markt zurück
Blickt man zum Beispiel auf den Aktienkurs der Deutschen Telekom, sieht man, dass die Aktie dem Markt weit hinterherhinkt. Dafür gibt es keinen augenfälligen Grund, sagt der Anlageprofi. "Während die Tochter T-Mobile US in diesem Jahr mehr als 40 Prozent gestiegen ist, liegt die Performance der Telekom-Aktien bei minus zehn Prozent", gibt er zu bedenken. "Diese Diskrepanz ist enorm, zumal 80 Prozent der Geschäftsaktivitäten der Deutschen Telekom mit den USA verbunden sind." Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 14 und einer Dividenderendite von 4,2 Prozent auf Basis der für 2021 erwarteten Geschäftszahlen sei die T-Aktie deutlich unterbewertet – und damit ein Kauf-Kandidat für Anleger, die den Value-Ansatz noch nicht komplett abgeschrieben haben. (fp)