Gold gilt als Krisenwährung schlechthin. Momentan stimmt das aber nur zum Teil, sagt Martin Utschneider, Leiter der Technischen Analyse bei der Privatbank Donner & Reuschel. "In der Historie stieg der Goldpreis in Krisenzeiten oft relativ deutlich bis sehr stark an. Er sank dann wieder, wenn eine Krise abflaute", erklärt er. Die aktuelle lockere Geldpolitik und die weiterhin angespannte Corona-Lage haben aber höchstens mittelbaren Einfluss auf den Goldpreis. Seit August vergangenen Jahres ist er jedenfalls trotz Niedrigzinsen, hoher Liquidität im Markt und grassierender Pandemie tendenziell gesunken.

Nun scheint sich bei 1.671 US-Dollar je Feinunze ein Boden gebildet zu haben, sagt Utschneider. Aus technischer Sicht könnte der Preis von dort aus kurzfristig auf 1.794 US-Dollar je Feinunze steigen. Mittelfristig dürfte einem eventuellen Aufwärtstrend bei dieser Marke aber erst einmal die Puste ausgehen, prognostiziert der Analyst. Der Goldpreis dürfte sich also eine Zeitlang innerhalb dieser Spanne bewegen. Erst auf lange Sicht könnte er wieder die "magische Grenze" von 2.000 US-Dollar je Feinunze ansteuern.

Das sind die potenziellen Preistreiber
Die Gemengelage bleibt für das Edelmetall herausfordernd, sagt der Experte von Donner & Reuschel. "Eines war, ist und bleibt allerdings sicher: Gold wird trotz aller Schwankungen der Vergangenheit in der mittel- bis langfristigen Zukunft ein werthaltiges Investment bleiben", stellt er klar. Sollte die Unsicherheit rund um die Corona-Lage zunehmen und sollten im Zuge dessen die Wirtschaftseinbußen wieder steigen, könnte das den Goldpreis weiter in die Höhe treiben. Auch steigende Inflationserwartungen könnten sich als Preistreiber erweisen. (fp)