Die Entwicklung von Angebot und Nachfrage deutet auf einen weiteren Verfall des Ölpreises hin, sagt DWS-Chefanlagestratege Stefan Kreuzkamp. Er weist darauf hin, dass die Opec innerhalb der Weltgemeinschaft zunehmend an Glaubwürdigkeit verliert. Viele Marktbeobachter zweifeln daran, dass die Organisation in der Lage sein wird, im kommenden Jahr die angegebene Quote einzuhalten. 

Als Gründe für die Zweifel nennt Kreuzkamp die Wirksamkeit der Iran-Sanktionen, den Anstieg der Produktion in Russland und Saudi-Arabien sowie die Überwindung von Produktionsstörungen in Ländern wie Libyen und Nigeria. "Darüber hinaus nährt eine Schwächephase in mehreren großen Volkswirtschaften die Sorge um eine stärkere wirtschaftliche Abkühlung", sagt der DWS-Anlagestratege. Naturgemäß führt ein Abschwung zu einem Einbruch der Ölnachfrage. 

Anleger fürchten Absturz und Anstieg
In den vergangenen sechs Wochen haben die Preise pro Fass um 20 US-Dollar nachgegeben. Das ist der höchste absolute Rückgang seit Anfang 2015. Viele fürchten den Beginn eines Bärenmarktes. Kreuzkamp mahnt Anleger zur Weitsicht: "Vor nicht allzu langer Zeit wurde der Anstieg des Ölpreises als Bedrohung für die Märkte angesehen, da dies die Inflation befeuert und die Zentralbanken zu einer schärferen Gangart veranlassen würde", sagt er. Es scheint, als könnte es der Ölmarkt im Moment niemandem rechtmachen. (fp)