Von der erhöhten Nervosität bei Technologie- und Softwaretiteln lässt sich Vincenzo Vedda, Investmentchef der DWS, nicht beeindrucken: "Wir gehen davon aus, dass die KI-Euphorie weitergeht, in einem insgesamt positiven Aktienmarktumfeld", so der CIO. Es komme aber auf die Auswahl der richtigen Einzeltitel an.

Es dürfte turbulent bleiben
Seiner Meinung nach wird 2026 insgesamt weniger von Makro- als von Sektor- und Unternehmensthemen geprägt sein. Mit Marktrücksetzern und hoher intra- und intersektoraler Volatilität sei zu rechnen. Das ist für Vedda kein Grund, das KI-Thema zu meiden. Allerdings gelte es einige Punkte zu beachten.

Vedda rät dazu, Kurse laufen zu lassen, solange Wachstum und Wertschöpfung gegeben sind. "Solange der Wirtschaftszyklus weiterläuft, dürfte auch der Schwung an der Börse anhalten", so der DWS-Anlagechef. Meiden möchte er aber die Bereiche, in denen unklar ist, in welchem Maße sie von KI obsolet gemacht werden. Den Fokus legt Vedda auf Situationen, in denen Knappheit Preissetzungsmacht und Ertragsvisibilität schafft.

Stabile Portfolios bauen
Mit seinen Aktienpositionen möchte er an technologischen Innovationen teilhaben, ohne nur auf KI im engeren Sinne zu setzen. Streuung über verschiedene Anlageklassen und Regionen soll dabei die Stabilität des Portfolios erhöhen. Der DWS-Anlagechef sagt: "Auf diese Weise partizipiert man am strukturellen Aufwärtspotenzial, bei gleichzeitiger Widerstandsfähigkeit gegenüber Schocks, die bei dieser geopolitischen Gemengelage nicht ausgeschlossen werden können." (jh)