DWS-CIO: Was für Zuversicht jenseits der Turbulenzen spricht
Der Anlagechef der DWS erwartet, dass solides Wirtschaftswachstum weiter die Kapitalmärkte stützt. Streuung bleibe aber angesichts der Risiken das oberste Gebot.
Trotz aller Unwägbarkeiten blickt man bei der DWS optimistisch auf die kommenden zwölf Monate und glaubt an solide Renditen in den allermeisten Anlageklassen. "Wir erwarten global betrachtet keinen klassischen Aufwärtszyklus in den Jahren 2026 und 2027, sehen aber hinreichendes Wirtschaftswachstum als solide Basis für die Kapitalmärkte", sagt DWS-Anlagechef Vincenzo Vedda.
Zwei Vorbedingungen
Die positive Einschätzung basiert aber auf der Annahme, dass sich der Krieg gegen den Iran nicht zu einem Flächenbrand mit dem Potenzial ausweitet, den Ölpreis längerfristig auf Niveaus von 90 US-Dollar je Barrel und höher zu treiben. Zudem liegt den Prognosen eine konstruktive Sicht auf den Boom bei künstlicher Intelligenz (KI) zugrunde.
Der Ungewissheit über die KI-Auswirkungen trägt die DWS dennoch Rechnung, indem die weniger technologielastigen europäischen und japanischen Aktienmärkte gegenüber den USA höher gewichtet werden. Dazu Vedda: "Ihr Bewertungsabschlag gegenüber den USA sollte sich auch angesichts des von uns erwarteten andauernden geografischen Diversifikationswunsches vieler institutioneller Anleger vom jetzigen Niveau aus reduzieren."
Positive Aussichten, temporäre Rückschläge
Für Aktien spricht seines Erachtens neben der Unterstützung durch Wirtschaftswachstum und Zinsumfeld vor allem das starke Gewinnwachstum: "Sechs bis zwölf Prozent in den Industrieländern und bis zu 20 Prozent in den Schwellenländern", erwartet der CIO beim Gewinnwachstum. Die Stärke des Aktienmarktes habe an Breite gewonnen und basiere schon länger nicht mehr überwiegend auf dem Technologiesektor.
"Solange der wirtschaftliche Zyklus intakt bleibt, sollte unseres Erachtens auch das positive Momentum an den Aktienmärkten anhalten", so Vedda. Zugleich hält er aber temporäre Rückschläge für wahrscheinlich, ausgelöst etwa durch die Nervosität über die Auswirkungen der KI oder die Folgen der militärischen Eskalation. (jh)




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