Nach dem holprigen Start der demokratischen Vorwahlen haben sich die Gemüter in den USA wieder beruhigt. Der linksgerichtete Senator Bernie Sanders hat die Präsidentschaftsvorwahl der Demokraten im Bundesstaat New Hampshire gewonnen. Stefan Kreuzkamp zweifelt aber daran, dass Sanders die Nominierung der Demokraten gewinnen kann. "Bereits beim nächsten Wahlgang könnte Sanders einen Rückschlag erleiden", prognostiziert der Chefanlagestratege der DWS.

Denn in Nevada, wo am 22. Februar die nächste Wahl stattfindet, schickte die mächtige Gewerkschaft der Beschäftigten im Gastgewerbe jüngst ein Flugblatt an ihre 60.000 Mitglieder und warnte davor, dass Sanders‘ Krankenversicherungspläne das Ende der gewerkschaftlichen Gesundheitsversorgung bedeuten könnten. "Es bleibt abzuwarten, wie sich dies auf die gewerkschaftlich organisierten Hotel- und Kasinobetriebe auswirken wird – eine mächtige und gut organisierte demokratische Interessensgemeinschaft in diesem Staat", sagt Kreuzkamp.

Ergebnis bleibt offen
Derzeit konzentrieren sich die Stimmen für Sanders und seine Konkurrentin Elizabeth Warren viel stärker auf Städte und Universitätsstandorte, als es die Vorwahlen im Jahr 2016 vermuten ließen. "Wenn einer dieser beiden die Nominierung gewinnen sollte, sind wir daher heute viel skeptischer als noch vor einem Monat, dass die Demokraten im November siegen könnten", sagt Kreuzkamp.

Das Bild könnte sich allerdings noch leicht ändern, denn weder New Hampshire noch Iowa sind repräsentativ für den Rest des Landes. "Die Ergebnisse in Nevada, wo es viele jüngere und nicht-weiße Wähler gibt, dürften deutlich aufschlussreicher sein", sagt Kreuzkamp. (fp)