Das Urteil des Bundesverfassungsgericht vom Dienstag (5. Mai) hat die Diskussion um die Ausweitung der Bilanz der Europäischen Zentralbank (EZB) nochmals verschärft. Ökonomen und Investoren rund um den Globus fragen sich, ob der massive Ankauf von Anleihen nicht ein enormes Inflationsrisiko birgt.

In ihrem "Chart der Woche" hat die DWS nun die Größe der EZB-Bilanz mit der Entwicklung der Geldmenge M3 verglichen, die alle Geld-Typen wie Bar- oder Giralgeld beinhaltet. Das Ergebnis ist beruhigend: Damit Inflation entsteht, muss die Geldmenge bei konstanter Umlaufgeschwindigkeit und konstanter Warenmenge steigen. Der Vergleich der DWS aber zeigt, dass die Geldmenge M3 seit 2009 nicht annähernd so stark gewachsen wie die EZB-Bilanz.

Inflationstrend nahezu unverändert
"Erstere ist über mehrere Jahre im letzten Jahrzehnt sogar stagniert, denn viel von der angeblichen EZB-Geldschwemme ist gar nicht in der Realwirtschaft angekommen", schreibt die DWS. Das erkläre auch, warum der Inflationstrend, gemessen an der Kerninflationsrate, derzeit gleich hoch ist wie vor zehn Jahren. Bevor sich das ändert, müsste laut der DWS erst das breite Geldmengenaggregat M3 beginnen, mit ähnlichen Steigerungsraten zu wachsen wie die Zentralbankbilanz. (fp)