Die deutschen Verbraucher haben den Sparstrumpf an den Nagel gehängt und investieren ihr Geld aktuell lieber in Konsumgüter. Das zeigt eine Kurzstudie der DWS. Nun hoffen die Investmentexperten, dass sich die gute Stimmung der Verbraucher auf die recht angeschlagene deutsche Wirtschaft überträgt. Denn noch herrscht in der Industrie nach der Export-Party eine Art Katerstimmung. 

Anhaltende Handelskonflikte und nachlassendes Wachstum in den Exportmärkten beeinflussen die deutsche Industrie aktuell stark. Auch weiterhin werden politische Unsicherheiten und ein schwächeres Wachstum wichtiger Handelspartner Deutschlands die Netto-Exporte belasten, schätzen die Experten. "Vor allem in der zweiten Hälfte 2018 belasten Schwierigkeiten im Zusammenhang mit den neuen Abgas-Tests und der niedrige Rheinpegel das Wachstum", sagt Martin Moryson, Chefvolkswirt Europa bei der DWS. 

Private Haushalte geben Hoffnung
Hoffnungsträger ist der private Konsum – angetrieben durch den robusten Arbeitsmarkt, Lohnsteigerungen und niedrige Inflationsraten. Außerdem dürfte sich der bisherige fiskalische Gegenwind in einen leichten Rückenwind wandeln, sagen die Vermögensverwalter. Zwar lösen sich die weltweiten Risiken, wie der No-Deal-Brexit oder die globale Wachstumsschwäche, nicht einfach in Luft auf, doch für den Moment bleiben die DWS-Experten recht optimistisch, dass die Kauflaune der Deutschen positive Auswirkungen haben wird. (fp)