DWS: "Gold ist unsere größte Überzeugung"
Mit "rationalem Überschwang" charakterisiert die DWS die Finanzmärkte im kommenden Jahr. Die Rally an den Aktienmärkten sei gut unterstützt, jedoch komme es zunehmend auf die Auswahl der richtigen Werte und Diversifizierung an.
Die Experten der DWS erwarten 2026 ein weiteres gutes Jahr für die Finanzmärkte, getrieben von anziehender Konjunktur, Zinssenkungen und expansiver Fiskalpolitik. Für die USA rechnen sie im kommenden Jahr mit einem BIP-Wachstum von 2,1 Prozent, für die Eurozone von 1,1 Prozent.
Favoriten bei Aktien
An den Aktienmärkten bleibe KI das treibende Thema, aber es komme zunehmend darauf an, die "KI-Gewinner" zu identifizieren, so der größte deutsche Asset Manager in seinem Marktausblick 2026 am Dienstag (25.11.) in Frankfurt. Die DWS konzentriere sich auf "Bottlenecks" – Bereiche, in denen wachsende Nachfrage auf begrenztes Angebot treffe, sagte Benjardin Gärtner, Global Head Equity. Energieversorger nannte er als Profiteure der rasant wachsenden Stromnachfrage durch Rechenzentren und Elektromobilität. Die USA seien im kommenden Jahr der aussichtsreichste Aktienmarkt, aber auch für deutsche Aktien sei das Umfeld günstig.
Anleihen: Europa statt USA
Für Unternehmensanleihen sei das Umfeld mit moderatem Wirtschaftswachstum, sinkender Inflation und geldpolitischer Unterstützung "genau richtig", so Global CIO Vincenzo Vedda. Europäische Investment-Grade-Bonds erhielten einen "Tech Boost", zudem träten verstärkt US-Emittenten im Euro-Markt auf, was das Vertrauen stärke. Die DWS präferiere europäische Staatsanleihen, während US-Treasuries unter einem Währungsrisiko litten.
Erste Anzeichen von Überschwang
Während die DWS für die laufende Aktienrally konstruktiv sei, zeigten sich erste Anzeichen von "Überschwang" mit hohen Bewertungen in den USA und ersten Transaktionen, die mit Fremdkapital finanziert seien, so Vedda. Daher bleibe Diversifikation wichtig.
Gold: Kein Ende des Bullenmarkts
Gold sei "unsere größte Überzeugung" unter den Assetklassen, sagte Henning Potstada, Global Head Multi Asset. Es gebe eine strukturell hohe Nachfrage der Zentralbanken nach dem Edelmetall, und derzeit sei kein Ende des Bullenmarkts absehbar. Auf Sicht von zwölf Monaten prognostiziert die DWS einen Goldpreis von 4500 Dollar je Feinunze. Im Multi-Asset-Portfolio der DWS habe Gold ein Gewicht von neun Prozent. Goldminenaktien sagt die DWS ein "Goldenes Zeitalter" voraus, trotz sehr guter Performance in den vergangenen Monaten hätten sie weiterhin Potenzial, so Equity-Chef Gärtner. (dv)




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