Chinas Wirtschaft wird ohne größere Blessuren aus dem Handelskonflikt mit den USA hervorgehen, glaubt Sean Taylor, CIO für den asiatisch-pazifischen Raum bei der DWS. Zwar dürfte US-Präsident Donald Trump angesichts der Halbzeitwahlen im November eher früher als später Strafzölle auf chinesische Importe im Wert von 500 Milliarden US-Dollar verhängen. Insgesamt sind US-Unternehmen aber stärker auf den chinesischen Markt angewiesen als chinesische Firmen auf die USA, sagt Taylor.

Der Handelsstreit mit den USA könnte sogar dafür sorgen, dass der Handel innerhalb Asiens an Schwung gewinnt. So dürfte die chinesische Regierung die Binnennachfrage noch stärker ankurbeln und ihr Projekt einer neuen Seidenstraße schneller vorantreiben. "Schließlich wird das Land auch verbesserte Beziehungen zu anderen asiatischen Staaten anstreben, was zu einem verstärkten Handel innerhalb der Region führen dürfte", so der DWS-Experte. Davon werden seiner Einschätzung nach vor allem die ASEAN-Staaten profitieren.

Gute Aussichten für den Aktienmarkt
Chinesische Aktien sind nach den Kursrückgängen der vergangenen Monate noch immer nicht günstig, aber zumindest wieder vernünftig bewertet. In diesem Umfeld findet Taylor die Auswahl der richtigen Branchen wichtiger denn je. "Wir mögen weiterhin Aktien aus der New Economy und den Sektoren Healthcare, Bildung, Tourismus sowie Lifestyle", sagt er.

Die Gewinnentwicklung bei chinesischen Unternehmen unterstützt den Aktienmarkt: Im laufenden und im kommenden Jahr rechnet Taylor mit einem Plus von jeweils rund 15 Prozent. "Diese Zahlen sind ziemlich beeindruckend und lassen sich in anderen Märkten nicht finden", betont der DWS-Profi. (fp)