Der asiatische Anleihemarkt ist den Kinderschuhen entwachsen. Die Auswahl an asiatischen Schuldtiteln nimmt zu, und auch die Rahmenbedingungen vor Ort haben sich für Bond-Investoren deutlich verbessert: Der Wohlstand in den Ländern wächst. Unternehmen werfen zunehmend Anleihen in US-Dollar auf den Markt. "Das sorgt für höhere Emissionsvolumina und Vielfalt, verleiht dem Segment Stabilität und trägt dazu bei, periodisch auftretende Rückschläge zu begrenzen", sagt Henry Wong, Portfolio Manager bei DWS.

Besonders interessant sind derzeit Unternehmensanleihen, die in US-Dollar notieren. Denn die Papiere entwickeln sich in der Regel unabhängig von den Schwankungen lokaler Währungen wie dem chinesischen Renminbi. Anleger müssen sich jedoch bewusst sein, dass Schuldpapiere aus Schwellenländer in der Regel riskanter sind als Titel aus den westlichen Industrienationen, sagt Wong. Deshalb sei es ratsam, das Anlagekapital breit zu streuen, zum Beispiel über Fonds.

Fokus auf solide Unternehmen
Den Handelsstreit der USA mit China betrachtet der Fondsmanager des DWS Invest Asian Bonds nüchtern: "Es ist verständlich, dass das für Unruhe am Markt sorgt, aber wir kommen an der Realität nicht vorbei", sagt Wong. China und andere asiatische Länder werden nach seiner Einschätzung künftig wohl nicht mehr so hohe Handelsüberschüsse einfahren.

Der Fondsmanager rät, bei der Auswahl der Top-Anleihen weniger auf die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu achten, sondern mehr auf die unternehmensspezifischen Faktoren der Emittenten.  Anleger sollten ihren Fokus auf Firmen mit einer soliden Bilanz, einem robusten Barmittelzufluss und einem zuverlässigen Management richten. (fp)