Derzeit herrscht auf den Welthandelsplätzen jede Menge Chaos: So ist die globale Schifffahrt seit Monaten gebremst, weil Häfen überlastet sind. Die Transportkosten gehen dabei durch die Decke und haben sich im Schnitt innerhalb der vergangenen anderthalb Jahre versechsfacht, wie die Fondsgesellschaft DWS nachrechnet. Indessen stapeln sich die Container an Häfen, zum Beispiel in China. Da ein Großteil des Welthandels über den Seeweg verläuft, treiben diese Entwicklungen die Verbraucherpreise zusätzlich – auch wenn gestiegene Versandkosten nur einen kleinen Teil der Endverbrauch-Preise ausmachen. Wie lange die Transportkosten so hoch bleiben, ist für Experten derzeit schwierig einzuschätzen.

In der Zwischenzeit können es die Notenbanken nicht allen recht machen: Die einen fordern seit der deutlich gestiegenen Inflation endgültig ein Ende der Geldschwemme, andere Marktbeobachter halten den "Whatever-it-takes"-Kurs weiterhin für sinnvoll. Die DWS mahnt allerdings in der aktuellen Situation zu mehr Nachsicht gegenüber den Notenbanken. "Bei so viel Komplexität ist es vielleicht ein wenig unfair, von den Zentralbanken zu erwarten, dass sie geldpolitische Fehler gänzlich vermeiden", schreiben die Experten in ihrer Analyse. Erst hinterher werde man beurteilen können, ob die Zentralbanken ihre Geldpolitik zu schnell oder zu langsam gestrafft haben. (fp)