Der Goldpreis steigt derzeit unaufhörlich, eine Feinunze kostet bereits mehr als 1.500 US-Dollar. Die größten Treiber der Rally sind die Notenbanken, meinen Analysten des Vermögensverwalters DWS. Denn die Währungshüter haben verschiedene Möglichkeiten, den Goldpreis zu beeinflussen. Derzeit zählen sie vor allem zu den größten Käufern. Im vergangenen Jahr haben Notenbanken aus aller Welt insgesamt 651,5 Tonnen Gold eingekauft – so viel wie nie zuvor seit dem Jahr 1971, als die USA die Bindung des Dollars an den Goldpreis aufgegeben haben.

Dennoch sollten Anleger ein Investment in Gold gut abwägen – schließlich trägt es keine Zinsen und keine Dividende. Investoren können lediglich auf eine Preissteigerung hoffen und darauf bauen, dass sie zum "richtigen" Zeitpunkt verkaufen. Goldanleger müssen darum laut DWS stets ein Auge auf die Entwicklungen am Kapitalmarkt haben und abschätzen, welche Erträge ihnen durch das Goldinvestment entgehen. Dafür orientieren sich Investoren in der Regel an der Rendite von US-Staatsanleihen.

Niedrigzinsen befeuern den Goldpreis
Damit sind Staatstitel respektive deren Rendite ein weiteres Instrument der Notenbanken, um den Goldpreis zu steuern: Je niedriger der Leitzins, desto attraktiver ist eine Anlage in Gold. Anleger erhoffen so, bei einer Preissteigerung höhere Erträge als durch Zinsen zu erwirtschaften und der Inflation zu entkommen. Da die Notenbanken in den USA und in Europa weitere Zinssenkungen signalisiert haben und keine -erhöhung in Sicht ist, könnte der Anstieg des Goldpreises noch eine ganze Weile weitergehen. (fp)