Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ist der Europäischen Zentralbank (EZB) in ihrer Entscheidung gefolgt und hat in der vergangenen Woche ebenfalls eine Zinssenkung veranlasst, obwohl die Meinungen innerhalb der Gremien gespalten waren. Die beiden Zentralbanken eint aus Sicht der DWS noch mehr: "Sie können die Schäden, die sich bereits jetzt aus dem Handelskrieg ergeben haben, nicht wieder rückgängig machen", schreiben die DWS-Analysten.

Und doch prägt der Handelskonflikt die Entscheidungen der Notenbanken: "Um die potentiellen künftigen Schäden zumindest teilweise zu mindern, müssen sie jetzt vorsichtiger agieren, als es die Konjunkturdaten ansonsten vorgeben würden", fassen die DWS-Beobachter zusammen. "Die Folgen dieser lockeren Geldpolitik müssen sie dabei billigend in Kauf nehmen." Darunter seien beispielsweise Preisblasen am Immobilienmarkt und Probleme bei privaten Pensionssystemen zu verstehen, sagen die DWS-Analysten.

Anleger müssen geduldig bleiben
Auch mit Christine Lagarde an der Spitze der EZB werde sich künftig nicht viel ändern, da sie dem derzeitigen EZB-Präsidenten Mario Draghi in ihrer Geldpolitik stark ähnele, so die DWS-Analysten. Der EZB bleiben damit nur Einzelmaßnamen, um die Folgen der andauernden Niedrigzinspolitik abzufedern: "Der große Wurf wäre erst mit der Abkehr davon zu erreichen, doch darauf müssen Anleger noch sehr lange warten." (fp)