Die Preise auf dem deutschen Immobilienmarkt steigen unaufhaltsam in die Höhe – sowohl für Mieter als auch für Käufer. Dabei klettern die Kaufpreise stärker an als die Mieten, zeigt eine Analyse der DZ Bank. "Im zweiten Quartal 2021 erreichte das Preisplus am gesamten Wohnungsmarkt erstmals zweistellige Werte, am Ende des dritten Quartals stand der Preistacho bei 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr", schreibt Analyst Thorsten Lange.

Mit den Mieten ging es deutlich langsamer aufwärts, um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nichtsdestotrotz bleibt "Kaufen statt Mieten" aus Sicht des Analysten die bessere Strategie. "Der Zinsvorteil ist so groß, dass Kaufen und Finanzieren trotz kräftig gestiegener Preise oft attraktiver als das Mieten vergleichbarer Wohnungen ausfallen", sagt Lange. 

Der Experte veranschaulicht seine Beobachtungen an einem Beispiel: In Frankfurt konnte eine Neubauwohnung im dritten Quartal 2021 im Durchschnitt entweder für 17,20 Euro je Quadratmeter und Monat gemietet oder für 8.100 Euro je Quadratmeter – zuzüglich Erwerbsnebenkosten – gekauft werden. "Die daraus resultierende Zinsbelastung ist jedoch nur etwa halb so hoch wie die Kaltmiete, sodass beim Käufer eine mietähnliche Belastung bereits zur Darlehenstilgung und damit zum Vermögensaufbau beiträgt", erklärt Lange.  

Sachwerte bleiben attraktiv 
Ein weiteres Kaufargument: Die gestiegene – und weiter steigende – Inflationsrate könnte sich ebenfalls günstig auf den Immobilienmarkt auswirken. Der Grund: Beschleunigt sich der Anstieg von Löhnen und Gehältern, wird die prozentuale Belastung des Einkommens durch die Kreditrate verringert. Zudem entwerten die als Folge der hohen Inflationsrate spürbar negativen Realzinsen Sparguthaben und unterstützen damit die Anlage in Sachwerten wie Immobilien, so der Marktexperte. (fp)