Für das laufende Jahr erwartet die DZ Bank beim Dax nicht mehr so gute Aussichten wie zuletzt: Als Ziel zur Jahresmitte hat das Kreditinstitut die Punktprognose für den Leitindex von 17.500 auf 17.000 Punkte herabgesetzt. Bereits im dritten Quartal 2021 gab es Wachstumseinbußen. "Während der damaligen Ergebnisberichterstattung wurden die über die Sommermonate hinweg erhobenen Aktienrisikoprämien über Sektoren und Regionen hinweg ausgepreist", erklärt DZ-Bank-Analyst Sven Streibel. "Wir erwarten eine Wiederholung dieser Ereignisse in der anstehenden Berichtssaison." 

Zum Sommer hin dürfte es allerdings einen Nachholeffekt geben – bis dahin werden Corona-bedingte Risiken wie Lieferkettenprobleme ausgestanden sein, erwartet der Experte. Profiteure von Nachholeffekten dürften vor allem zyklische Werte sein. "Aufgrund der hohen Gewichtung dieser Sektoren im deutschen Aktienmarkt sind wir ebenso optimistisch und behalten das ursprünglich gesetzte Jahresend-Indexziel für den Dax bei 18.000 Punkten bei", lautet die DZ-Bank-Prognose.

Keine schmerzhafte Korrektur am US-Aktienmarkt
Neben den Pandemie-bedingten Schwierigkeiten dürften auch andere Risiken im laufenden Jahr für volatile Märkte sorgen, so etwa die historisch hohe US-Inflation sowie die erwarteten Leitzinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed. Solange die Inflation nicht aus dem Ruder gerät und die Fed keine allzu drastischen Maßnahmen ergreift, sehen Streibel und sein Team allerdings keine Rücksetzergefahr für den US-Aktienmarkt. Daher bleibt die Prognose für das laufende Jahr insgesamt optimistisch. Beim S&P 500 sowie beim MSCI World behält die Bank ihre bisherigen Index-Ziele bei. (fp)