Die DZ Bank rechnet mit einem weiteren kräftigen Anstieg des Goldpreises und hält erstmals einen Sprung über die Marke von 5.000 US-Dollar je Feinunze für möglich. In ihrer aktualisierten Analyse verweisen die DZ-Bank-Experten auf eine Kombination aus geldpolitischen, geopolitischen und strukturellen Faktoren, die den Goldmarkt weiterhin stützen.

Bereits in ihrer Prognose vom Oktober des vergangenen Jahres hatte die DZ Bank mehrere Treiber für steigende Goldpreise genannt. Dazu zählten unter anderem die Aussicht auf fallende Leitzinsen in den USA, ein angeschlagenes Vertrauen in den Dollar sowie eine anhaltend hohe Nachfrage der Zentralbanken, insbesondere aus den Schwellenländern. Drei Monate später seien diese Faktoren weiterhin intakt, heißt es in dem Bericht. Der Goldpreis habe inzwischen sogar das damalige kurzfristige Ziel von 4.400 Dollar erreicht.

Vor diesem Hintergrund rolliert die DZ Bank nun ihren Prognosepfad. "Auf Sicht von drei Monaten erwarten wir nun einen Goldpreis von 4.600 Dollar je Feinunze", so die Experten. Auf Jahressicht dürfte das Edelmetall erstmals die Marke von 5.000 Dollar überschreiten.

US-Notenbank und Zinserwartungen im Fokus der Anleger
Eine zentrale Rolle spielt dabei die US-Notenbank. Zum einen stützen erwartete Leitzinssenkungen die Goldnachfrage, da sinkende Renditen am US-Staatsanleihenmarkt die relative Attraktivität des unverzinsten Edelmetalls erhöhen. Die Märkte rechneten derzeit mit mindestens zwei Zinsschritten bis zum Jahresende, was insbesondere das kurze Ende der Zinskurve belasten dürfte.

Zum anderen sei das Vertrauen in die Federal Reserve stark beschädigt. Ursache seien wiederholte Versuche von US-Präsident Donald Trump, Einfluss auf die Geldpolitik zu nehmen. Sollte die US-Notenbank künftig eine expansivere Politik verfolgen, "die über das hinausgeht, was durch die wirtschaftliche Datenlage gerechtfertigt ist", drohe dem Vertrauen in die Fed – und damit in den US-Dollar – nachhaltiger Schaden, meint die DZ Bank.

Geopolitische Spannungen verstärken die Nachfrage
Zusätzlichen Rückenwind sieht das Institut in der angespannten geopolitischen Lage. Die zunehmende Blockbildung und eine Phase der De-Globalisierung führten dazu, dass Gold als sicherer Hafen verstärkt gefragt sei. "Eine Verschlechterung der weltweiten geopolitischen Verhältnisse führt in der Regel dazu, dass sowohl private als auch institutionelle Anleger den Goldanteil in ihren Portfolios erhöhen", heißt es.

Zentralbanken bleiben strukturelle Stütze
Langfristig bleibt zudem die Nachfrage der Zentralbanken ein entscheidender Faktor. Vor allem Schwellenländer hätten ihre Goldreserven in den vergangenen Jahren deutlich aufgestockt, um ihre Abhängigkeit vom Dollar zu verringern. Allein in den ersten neun Monaten 2025 seien die Bestände um rund 300 Tonnen gestiegen – eine Menge, die in etwa den gesamten Goldreserven des Vereinigten Königreichs entspricht.

Laut einer aktuellen Umfrage des World Gold Councils planen viele Notenbanken weitere Zukäufe. "Zentralbanken bleiben damit eine strukturelle Stütze für den Goldpreis", so die DZ-Bank-Experten. (mb)