Die Kurse deutscher Standardwerte steigen und steigen, der Dax ist nicht mehr weit von einem neuen Rekord-Hoch entfernt. Damit hat er die Prognosen zu seiner Wertentwicklung auf Jahresbasis schon jetzt übertroffen. Die Aktienmarktexperten der genossenschaftlichen DZ Bank sehen trotzdem keinen Grund zum Feiern. Für Analyst Christian Kahler fühlt sich der beinahe höchste Stand der Dax-Geschichte sogar falsch an. "Schließlich sinken die Gewinne der Dax-Unternehmen seit drei Jahren", sagt er.

Richtig gut läuft es derzeit nämlich nur bei wenigen Unternehmen, darunter SAP, Allianz, Adidas und Siemens. Die Dax-Rally ist in großen Teilen darauf zurückzuführen, dass der Dax ein Performance-Index ist, Dividenden also in seine Wertentwicklung hineingerechnet werden. "Der Dax-Kursindex steht immer noch bei 6.000 Punkten, gut sieben Prozent unter dem Allzeithoch aus dem Jahr 2018", sagt Kahler.

Wolken am Horizont
Die DZ Bank zeigt sich bei ihren Prognosen für das laufende Jahr vorsichtig. "Wie es weitergeht, darauf geben empirische Auswertungen keine Antworten", sagt der Analyst. Er geht davon aus, dass Wachstumseffekte durch Niedrigzinsen und Steuern überwiegend schon realisiert sind. "Das spricht dafür, dass sich das Gewinnwachstum zukünftig abschwächen wird", erklärt er. "Damit dürften auch die perspektivischen Börsenerträge geringer ausfallen."

Anleger sollten generell nicht viel auf Indexprognosen geben, sagt der DZ-Bank-Experte. Es geschehe oft, dass die prognostizierten Jahresendstände schon zu Jahresbeginn erreicht oder sogar übertroffen werden. Dieser Anstieg ist aber nicht immer nachhaltig. "Prognosen bleiben unsicher und Anleger sollten sich lieber darauf konzentrieren, ein vernünftiges Portfolio aufzubauen", rät Kahler. (fp)