Das "Robo-Sterben" geht weiter: Der digitale Vermögensverwalter Prospery stellt seinen Service in Deutschland per Ende Mai 2019 ein, berichten Medien übereinstimmend und verweisen auf ein Schreiben des digitalen Vermögensverwalters an seine Kunden. Hintergrund für den Rückzug aus dem deutschen Markt ist demnach eine strategische Entscheidung des Mehrheitseigners ABN Amro. "Trotz des innovativen Charakters von Prospery ist es uns ohne Zugang zu einem Vertriebskanal nicht gelungen, genügend Kunden zu gewinnen", heißt es in der Mitteilung.

Prospery dürfte vor allem an seinem gewöhnungsbedürftigen Konzept mit hohen monatlichen Pauschal-Gebühren nebst persönlicher Beratung gescheitert sein. Vor gut zwei Jahren war man 15 Mitarbeitern an den Start gegangen: Die von der Anlagesumme unabhängigen Beratungspauschalen von anfangs 179 bis hin zu 239 Euro pro Monat (!) sorgten bei Mitbewerbern und wohl auch bei potenziellen Kunden für Kopfschütteln, denn der wesentliche Wesenszug von Robos ist nun mal ihre Kostenattraktivität. Das Prospery-Managment lenkte ein und senkte die Gebühren zweimal – offenbar ohne den ersehnten Erfolg. 

Luft auf dem Robo-Markt wird dünner
Damit zieht sich nach dem Robo Advisor Werthstein bereits der zweite Anbieter binnen weniger Monate aus dem deutschen Markt zurück. Das Schweizer Fintech hatte mit teils kuriosen Anlage-Ideen wie Investments in den Haustiermarkt für Aufsehen gesorgt, sich am hiesigen Markt aber nicht durchsetzen können. (fp/ps)