Die globale Konjunktur brummt und dürfte – angetrieben durch extrem niedrige Zinsen und anschwellende Geldmengen – auch im neuen Jahr nicht an Fahrt verlieren, prognostiziert Thorsten Polleit, Chefvolkswirt bei Degussa Goldhandel. Für Gold-Investoren sind das gute Nachrichten. Denn während sich viele Märkte durch die extrem laxe Geldpolitik immer stärker inflationär aufblähen, bleiben Edelmetalle von dieser Preisinflation weitgehend verschont. "Gold und Silber bergen vielmehr noch erhebliches Preissteigerungspotential", sagt Polleit.

Für Ende 2020 hält Polleit einen Goldpreis von 1.700 US-Dollar je Feinunze für möglich. Ausgehend vom aktuellen Preisniveau entspräche das einem Preiszuwachs von etwa neun Prozent. Sollte es zu einer Krise kommen, wäre sogar ein noch höherer Preis drin, sagt Polleit. Mögliche Kursgewinne sind aber nicht das einzige Kaufargument für Gold. "Edelmetalle sind auch eine Versicherung gegen die Tücken des ungedeckten Papiergeldsystems, das seit Jahren ungestraft einen künstlichen Aufschwung antreibt", sagt der Edelmetall-Experte.

Glänzende Zeiten auch für Silber
Der Goldpreis gibt in der Regel auch die Richtung für Silber vor. In den letzten Jahren hat sich der Silberpreis ungewöhnlich stark vom Goldpreis entkoppelt. Polleit erklärt sich die Entwicklung mit dem Überangebot der vergangenen Jahre. Mittlerweile deutet sich aber an, dass sich das Angebot wieder verknappt. "Die Wahrscheinlichkeit nimmt zu , dass der Silberpreis anziehen und Ende 2020 bei ungefähr 25 US-Dollar je Unze liegen könnte", sagt Polleit. Das entspräche, ausgehend vom aktuellen Silberpreis, einem Zuwachs von etwa 40 Prozent. (fp)