Erst Pfizer und Biontech, dann Moderna und nun Astra-Zeneca: Die positiven Nachrichten von Unternehmen über ihre Erfolge bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Covid-19 stimmen Investoren hoffnungsfroh. Mohamed El-Erian kann den Optimismus nachvollziehen. Der leitende Wirtschaftsberater der Allianz verweist im Gespräch mit dem "Handelsblatt" aber auch darauf, dass es "nicht nur auf das Ziel ankommt, sondern auch auf den Weg dorthin." Und der werde in den kommenden Monaten noch sehr uneben sein.

El-Erian rät Investoren, bei der Titelauswahl sehr selektiv vorzugehen. "Eigentlich müsste man aufhören, ETFs zu kaufen", sagt er. "Dies ist eigentlich die Zeit für aktives Management, für eine detaillierte Analyse, für Szenarioplanungen und für taktisches Investieren."

Überreaktionen eröffnen Chancen
Anleger dürften nicht den Fehler machen, den Weg aus der Pandemie zu unterschätzen. Bis der Impfstoff flächendeckend verfügbar sei, werde es an den Märkten noch deutlich volatiler zugehen, mahnt der Ökonom. Europa etwa müsse sich auf einen Rückfall in die Rezession einstellen, in den USA könnte ein ähnliches Szenario drohen. El-Erian geht davon aus, dass es zu Überreaktionen kommen wird, bei denen Anleger zugreifen sollten. (fp)