Eine Feinunze Gold kostet aktuell rund 1.870 US-Dollar. Sie denken, das wäre viel? Gegen Rhodium ist Gold geradezu spottbillig: Für eine Feinunze des "edelsten aller Edelmetalle" werden aktuell rund 21.900 US-Dollar aufgerufen. Damit kostet Rhodium, das als Nebenprodukt von Platin gefördert wird, fast elfmal so viel wie Gold und achtzehnmal so viel wie Platin, konstatiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht.

Verantwortlich für den Höhenflug ist laut FAZ eine Kombination ungewöhnlicher Umstände sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite. So hat zuletzt die chinesische Autoindustrie mehr Rhodium nachgefragt. Das Metall wird, ebenso wie Platin und Palladium, in Abgaskatalysatoren eingesetzt. Gleichzeitig ist das Angebot begrenzt: Rhodium wird fast ausschließlich in südafrikanischen Platin-Bergwerken als Nebenprodukt gewonnen. Dort stand die Förderung aber im vergangenen Jahr wegen der Covid-19-Pandemie wochenlang still.

Ein Markt für Profis
Schlechte Nachrichten für Privatanleger: Sie haben kaum eine Chance, am Rhodium-Hype teilzuhaben. Das Edelmetall wird nicht an der Börse gehandelt, sondern direkt zwischen Rohstoffkonzernen, spezialisierten Handelshäusern und der Industrie, erklärt Hans-Günter Ritter, Berater beim Edelmetallhändler Heraeus, in der FAZ. Der Markt sei klein, illiquide und für Außenseiter schwer zu durchschauen. Privatinvestoren können höchstens mit einer Handvoll ETFs auf den Rhodiumpreis spekulieren. Vielleicht ist es also doch besser, sich an billigere Metalle zu halten. Zum Beispiel Gold. (fp)