"EM-Aktien profitieren von KI-Investitionen und Dollar-Schwäche"
Warum Börsentitel aus Schwellenländern 2026 zu den Top-Performern zählen könnten, erläutern Justin Kariya und Oliver Marschner vom britischen Investmentmanager CLIM im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE.
Emerging-Markets-Aktien dürften sich in diesem Jahr besser entwickeln als Titel aus den meisten anderen Regionen, sagte Justin Kariya, Head of Economic and Market Strategy bei City of London Investment Management (CLIM), in einem Gespräch mit FONDS professionell ONLINE.
Als Grund für diese Einschätzung nannte er zum einen die Dollar-Schwäche, die sich nach Erwartung des britischen Asset Managers 2026 fortsetzen dürfte. "Schwellenländer-Aktien sind stark negativ korreliert zum Dollar-Kurs. Davon hat das Segment bereits 2025 profitiert, und wir glauben, dass diese Entwicklung weitergehen wird", so Kariya.
Zum zweiten profitieren Unternehmen in Schwellenländern stark von den hohen Investitionen in künstliche Intelligenz (KI). Das gelte etwa für TSMC und Samsung, weil sie zentrale Hersteller von essenzieller KI-Hardware seien, sowie Alibaba und Tencent, weil KI ihre Geschäftsmodelle massiv stärke, erklärte der Marktstratege.
Schließlich hat sich der chinesische Aktienmarkt 2024 und 2025 gut entwickelt. Für eine Fortsetzung der starken Performance spreche, dass sich die chinesische Wirtschaft stabilisiert habe, dass der Markt vom KI-Trend profitiere und sich die amerikanisch-chinesischen Beziehungen zuletzt verbessert hätten.
Gewinnerwartungen fast wie in den USA, aber viel günstiger
Trotz ähnlicher Gewinnerwartungen wie in den USA seien Schwellenländer-Aktien deutlich niedriger bewertet, erläuterte Portfoliomanager Oliver Marschner. Es gebe Anzeichen dafür, dass sich diese Bewertungslücke allmählich schließe: "Insbesondere wenn sich die Dollar-Schwäche und die hohen KI-Investitionen fortsetzten, dürfte der Markt profitieren."
Neben China nannte Marschner Südkorea als ein Land, das CLIM in seiner Schwellenländer-Strategie übergewichtet. "Südkorea hat beinahe ein weltweites Monopol auf Speicherchips, wie sie in der KI-Infrastruktur gebraucht werden", erklärte der Portfoliomanager. "Der Markt ist relativ attraktiv bewertet nach einer Phase politischer Instabilität, und die neue Regierung hat 2025 Reformen angestoßen, darunter solche, die den Aktienmarkt positiv beeinflussen." (dv)













