Auch die Regionen, die wir heute als "entwickelte" Märkte bezeichnen, waren einst "aufstrebend". Auch sie litten unter politischer Instabilität und Korruption, schweren wirtschaftlichen Rückschlägen bis hin zu Währungsreformen. Aus Anlegersicht sind es aber genau diese Risiken, die solche Märkte interessant machen – zumindest dann, wenn sie sich in Form günstiger Bewertungen niederschlagen. Weil sich diese Volkswirtschaft nicht exakt parallel zu jenen des Westens entwickeln und in interessante Unternehmen vergleichsweise günstig investiert werden kann, stellen sie eine sinnvolle Ergänzung zu traditionellen Portfolios bestehend aus Aktien und Anleihen der "westlichen Welt" dar.

Leider sind hohe Wachstumsraten der Wirtschaft nicht linear mit der Entwicklung an den Kapitalmärkten verknüpft. Daher kann es trotz vergleichsweise hoher Wachstumsraten zu enttäuschenden Börsenentwicklungen kommen, die die Geduld engagierter Anleger auf die Probe stellen. Genau das ist seit Anfang 2009 passiert: In der Erholung nach dem Höhepunkt der Finanzkrise konnten sich Emerging Market Aktien bis Ende letzten Jahren im Wert "nur" verdoppeln, während der amerikanische Aktienmarkt in der Spitze mehr als 250 Prozent teurer wurde.

Die Schwellenländermärkte deshalb völlig zu ignorieren, könnte sich dennoch als kostspieliger Fehler erweisen. Etliche Experten weisen darauf hin, dass viele Schwellenländer-Börsen derzeit im historischen Vergleich günstig bewertet sind. Daher muss man als verantwortungsvoller Berater sie auch dann, wenn sie gerade nicht populär sind  beziehungsweise in Phasen, in denen man Kunden vorübergehend kein Investment empfehlen kann, beobachten. Prüfen Sie in unserem Quiz, ob Sie auf dem Laufenden sind. (gf)