Stress, Druck und Rangeleien, dieses Bild vermittelt mancher Hollywood-Film aus dem Inneren von Investmentbanken. Nun wird ein Fall offenbar, der das Klischee stützt: Ein Aktienhändler der UBS in London hat seinen Arbeitgeber verklagt, wie Bloomberg berichtet. Simon Rope, seit 35 Jahren bei der UBS beschäftigt, wirft der Schweizer Großbank vor, ihre Sorgfaltspflicht verletzt zu haben. Die "toxische Kultur" und "strapaziöse Arbeitsbelastung" hätten bei ihm eine Angststörung ausgelöst, seine Gesundheit ruiniert und ihn arbeitsunfähig gemacht, heißt es von Ropes Anwälten.

Nun verlangt Rope umgerechnet 233.000 Euro. Die UBS bestreitet, fahrlässig gehandelt und ihre Sorgfaltspflicht verletzt zu haben. Die Anwälte der Bank verwiesen auf ein "generell unter Druck stehendes Umfeld", das die "unvermeidliche Realität für die Arbeit eines Händlers in der City von London" sei. Zudem führten sie Ropes Erfolg auf dem Parkett als Argument an: Dieser habe der Bank die Annahme nahegelegt, er sei psychisch fähig, die Anforderungen zu bewältigen.

Gebrüll und schlechte Stimmung
Ein Zugeständnis macht die Bank dann doch: Geschrei im Büro und ein zeitweise rauer Umgangston kämen vor. Dass der Händler öffentlich heruntergeputzt worden sei, ist ihr nach eigener Aussage jedoch nicht bekannt gewesen. Rope wurde krankgeschrieben und gilt seither als arbeitsunfähig. Zuvor war er 2018 zusammengebrochen, nachdem ihm zwei Handelsfehler unterlaufen waren. (fp/Bloomberg)