Entscheidung steht kurz bevor: Er soll neuer Fed-Chef werden
Kevin Warsh gilt laut Insidern als Favorit für die Spitze der US-Notenbank. US-Präsident Donald Trump will seine Entscheidung zeitnah bekanntgeben. Die Finanzmärkte reagierten bereits spürbar auf entsprechende Spekulationen.
Kevin Warsh soll als nächster Chef der US-Notenbank nominiert werden, berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg" unter Berufung auf informierte Kreise. US-Präsident Donald Trump kündigte am Donnerstag (29.1.) an, seine Entscheidung am heutigen Freitag (30.1.) offiziell bekanntzugeben.
Obwohl Insidern zufolge in der Trump-Administration die Vorbereitungen für eine Nominierung Warshs laufen, ist die Auswahl noch nicht endgültig. Erst mit der förmlichen Bekanntgabe durch den US-Präsidenten gilt sie als final, hieß es. Weder das Weiße Haus noch Warsh selbst reagierten zunächst auf Anfragen von "Bloomberg".
Kevin Warsh gehört zu vier Finalisten in Trumps engerer Auswahl. Dem Vernehmen nach besuchte das frühere Mitglied des Gouverneursrats der Federal Reserve am Donnerstag das Weiße Haus.
Deutliche Marktreaktionen
Die Nachricht löste unmittelbare Reaktionen an den Finanzmärkten aus. Aktienkurse gaben nach, während die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen – offenbar in Erwartung einer Nominierung Warshs. Der Dollar baute seine Gewinne aus, während Edelmetalle an Wert verloren.
Auch die Prognosemärkte verzeichneten am Donnerstag einen deutlichen Anstieg von Wetten auf Warsh als nächsten Fed-Chef. Neben ihm standen Kevin Hassett, Direktor des National Economic Council, Fed-Gouverneur Christopher Waller und Blackrock-Manager Rick Rieder auf der Auswahlliste Trumps.
Trump schürt Erwartungen
US-Präsident Donald Trump selbst heizte die Spekulationen am Donnerstagabend weiter an. Er deutete an, seine Wahl werde nicht allzu überraschend ausfallen und im Finanzsektor weithin bekannt sein. "Viele denken, das ist jemand, der den Posten schon vor ein paar Jahren hätte bekommen können", sagte Trump.
Warsh war von 2006 bis 2011 Mitglied des Führungsgremiums der US-Notenbank und beriet Trump seither mehrfach in Wirtschaftsfragen. Sollte er nominiert und vom Senat bestätigt werden, würde er Jerome Powell ablösen, dessen Amtszeit im Mai endet. Für den 55-Jährigen wäre dies ein Comeback: Trump hatte sich 2017 noch gegen ihn und für Powell entschieden.
Kurswechsel bei Zinspolitik
Auffällig ist, dass Warsh in den vergangenen Monaten zunehmend Trumps wirtschaftspolitische Linie vertreten hat. Öffentlich sprach er sich für niedrigere Zinsen aus – ein deutlicher Kurswechsel für jemanden, der bislang als strikter Inflationsbekämpfer galt.
Trump sucht Insidern zufolge eine Persönlichkeit, die sowohl an den Finanzmärkten Akzeptanz findet als auch seinen Wunsch nach weiteren und schnelleren Zinssenkungen teilt. Die US-Notenbank hatte die Leitzinsen in dieser Woche stabil gehalten, nachdem sie gegen Ende 2025 drei Mal gesenkt worden waren. (mb/Bloomberg)















