Auch wenn die Deutschen inzwischen über 2.800 Milliarden Euro in offene Investmentfonds investiert haben: Den meisten Bundesbürgern ist völlig schleierhaft, in was ihre Landsleute da eigentlich ihr Geld anlegen. Selbst das grundlegende Wissen um diese Vermögensaufbau-Form fehlt vielen, wie eine repräsentative Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der Vermögensaufbau-Plattform Rentablo offenbart.

"Kennen Sie den Unterschied zwischen Aktienfonds und gemischten Fonds?", lautete eine von insgesamt 15 Fragen (siehe Tabelle unten), die von der GfK gestellt wurden. Diese wurde immerhin noch von einem Fünftel (21 %) der über 1.000 Befragten bejaht. Ähnlich sah es bei den Kenntnissen zum Unterschied zwischen Rentenfonds und Rentenversicherung (20 %) aus sowie bei der Frage, ob neben Banken und Sparkassen andere Fondsvermittler bekannt seien (18 %). Den Unterschied zwischen Indexfonds und Indexzertifikaten kannte hingegen nicht einmal jeder Zehnte (7 %). Ähnlich schlecht stand es mit dem Wissen um Sparmöglichkeiten beim Ausgabeaufschlag (10 %) sowie bei Bestandsprovisionen (5 %).


So beantworteten die Sparer die Fondswissen-Fragen der Studie:
 "Ich kenne ziemlich genau..."

  1. den Unterschied zwischen Aktienfonds und gemischten Fonds: 21 %
  2. den Unterschied zwischen Rentenfonds und Rentenversicherung: 20 %
  3. neben Banken und Sparkassen andere Fondsvermittler: 18 %
  4. die Bedeutung des Begriffs "Ausgabeaufschlag": 18 %
  5. den Unterschied zwischen geschlossenen und offenen Fonds: 15 %
  6. den Unterschied zwischen Fonds-Manager und Fonds-Gesellschaft: 14 %
  7. den Unterschied zwischen Aktienfonds und Geldmarkt-Fonds: 14 %
  8. den Unterschied zwischen Fonds-Rendite und Fonds-Dividende: 14 %
  9. den Unterschied zwischen einem Fonds-Sparplan und einem Fonds-Auszahlplan: 13 %
  10. die bei Fonds laufend anfallenden Provisionen (Bestandsprovisionen): 12 %
  11. den Unterschied zwischen Fonds-Portfolio und Fonds-Performance: 11 %
  12. Sparmöglichkeiten beim Ausgabeaufschlag: 10 %
  13. den Unterschied zwischen Indexfonds und Indexzertifikat: 7 %
  14. Sparmöglichkeiten bei Bestandsprovisionen: 5 %
  15. den Begriff "Total Expense Ratio", TER: 4 %

Einkommenshöhe und Bildungsstand machen den Unterschied
"Mit den technischen Daten ihres Smartphones kennen sich die Deutschen vermutlich besser aus als mit Fonds, obwohl dort eine beträchtliche Summe der privaten Ersparnisse steckt", erklärt dazu Studieninitiator André Rabenstein, Geschäftsführer von Rentablo. Auffällig bei den Studienergebnissen: Befragte mit einem Haushalts-Nettoeinkommen von 2.500 Euro und mehr pro Monat kennen sich deutlich besser aus als der Durchschnitt der Befragten. So gaben in dieser Gruppe immerhin 30 Prozent an, den Unterschied zwischen Aktien- und gemischten Fonds sowie den zwischen Rentenfonds und -versicherung zu kennen.

Ähnlich stark wirkt sich, wie zu erwarten, der allgemeine Bildungsstand der Sparer auf ihr Fondswissen aus. So kennen sich Befragte mit Abitur durchweg besser mit Fonds aus als solche, die lediglich die Haupt- oder Volksschule absolviert haben. Letztere sind beispielsweise nur zu knapp zwei Prozent vertraut mit dem Unterschied zwischen Indexfonds und Indexzertifikat, während es bei den Befragten mit Abitur immerhin noch rund 14 Prozent sind.

Verheiratete wissen mehr
Einen Einfluss auf die Fondskenntnisse scheint darüber hinaus zu haben, ob die Befragten einen Partner haben. So schnitten Verheiratete sowie in einer Partnerschaft lebende Befragte in punkto Fondswissen durchweg besser ab als die Gruppe der Ledigen. Beispiel Ausgabeaufschlag: Während jeder fünfte Befragte mit Partner die Bedeutung des Begriffs kannte, waren es nur 13 Prozent der Alleinstehenden. Noch größer war bei dieser Frage die Wissenslücke zwischen den Geschlechtern. Während 25 Prozent der Männer angaben, den Begriff zu kennen, waren es nur zehn Prozent der Frauen, was zum Gesamtwert von 18 Prozent führte.

Aus Wissen wird Geld
"Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass das Finanzwissen der Deutschen nicht nur allgemein schlecht, sondern auch sehr ungleich verteilt ist", zeigt sich Rabenstein besorgt. "Bedauerlicherweise haben gerade die, die besonders auf gute Sparergebnisse angewiesen sind, kaum eine Ahnung von Fonds - geschweige denn von den Sparmöglichkeiten bei Abschluss- und Bestandsprovisionen", so der Geschäftsführer von Rentablo, wo man unter anderem Ausschüttungen von Fondsprovisionen an die Sparer ermöglicht. (hh)