Die Nachrichtenagentur Reuters will von einem hohen indischen Regierungsbeamten erfahren haben, dass Asiens drittgrößte Volkswirtschaft ein Gesetzesvorhaben plane, demzufolge Besitz, Ausgabe, Schürfen, Handeln und Transferieren von Krypto-Assets verboten wären. Der Gesetzesvorschlag steht im Einklang mit der Agenda der indischen Bundesregierung, die im Januar vom beabsichtigten Bann virtueller Währungen wie dem Bitcoin sprach, während man gleichzeitig an einem Rahmenwerk für die Schaffung einer eigenen digitalen Währung arbeitet.

Sollte das Gesetz tatsächlich kommen, hätten Besitzer von Kryptowährungen bis zu sechs Monate Zeit, um sich von Bitcoin und Co. zu trennen. Danach drohen Strafen. Wie hoch diese ausfallen, ist unklar. Bei einer Regierungssitzung im Jahr 2019 wurde die Möglichkeit von Gefängnisstrafen von bis zu zehn Jahren ins Spiel gebracht. Trotz dieser Drohungen der Regierung gehen die Handelsvolumina in Indien mit Bitcoin & Co. in die Höhe, denn acht Millionen Inder sollen Schätzungen zufolge insgesamt 100 Milliarden Rupien im Gegenwert von 1,4 Milliarden US-Dollar in Kryptowährungen halten. Offizielle Daten sind keine verfügbar. 

Obwohl es jüngst einen Preisrücksetzer gab, bleibt die Krypto-Community optimistisch. Seth Melamed, COO der Kryptobörse Liquid, sagte, dass diese Art von Gesetzgebung, wie sie Indien jetzt vorschlage, den weiteren Kursanstieg und die Akzeptanz von Bitcoin nicht aufhalten werde. Wegen der Dezentralisierung von Bitcoin sei der Bann durch einzelne Regierungen in gewissem Sinne irrelevant, so Melamed weiter. Das Kapital werde immer seinen Weg finden, um zu investieren. (kb)