Im laufenden Jahr wird Chinas Bruttoinlandsprodukt wohl nur noch um zwei Prozent steigen, heißt es in einem Bericht von "Bloomberg Economics". In den USA hingegen sei mit 2,8 Prozent Wachstum zu rechnen. 

Peking ist zwar dabei, die Konjunktur mit fiskalischen, geldpolitischen und regulatorischen Maßnahmen anzukurbeln. Druck auf die Konjunktur geht jedoch von der Null-Covid-Politik von Präsident Xi Jinping aus, die bei Virusausbrüchen strikte Lockdowns vorschreibt. Die Vereinigten Staaten indessen haben zwar mit einer hohen Inflation zu kämpfen, die US-Wirtschaft profitiert jedoch noch immer von vielen Neueinstellungen und hohen Konsumausgaben. Die Prognose von "Bloomberg Economics" fällt vergleichsweise pessimistisch aus. Im Durchschnitt trauen die von Bloomberg befragten Ökonomen China für 2022 immer noch ein Wirtschaftswachstum von mehr als vier Prozent zu. 

Das offizielle Wachstumsziel liegt bei 5,5 Prozent
Seit der in den späten 1970er-Jahren eingeleiteten "Reform- und Öffnungskampagne" hat China schnellere Wachstumsraten als die USA erzielt, wobei das Pro-Kopf-BIP der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt immer noch weit unter dem der USA liegt. US-Präsident Joe Biden setzt sich im Kongress gerade für ein Gesetzespaket ein, das die Wettbewerbsfähigkeit der Vereinigten Staaten gegenüber der Volksrepublik stärken soll. 

In China wird weithin erwartet, dass sich Präsident Xi in diesem Jahr eine bislang beispiellose dritte Amtszeit als Chef der Kommunistischen Partei sichern wird. Ein Wirtschaftswachstum von lediglich zwei Prozent in diesem Jahr wäre weit entfernt vom offiziellen Wachstumsziel der Regierung von rund 5,5 Prozent. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" im vergangenen Monat wies Xi seine Beamten an, dafür zu sorgen, dass Chinas Wirtschaft in diesem Jahr schneller wächst als die der USA. (mb/Bloomberg)