Die Zeiten, in denen Anleger nur den maximalen Gewinn für sich herausholen wollten, sind vorbei. Investments, die ökologische, ethische oder soziale Kriterien bei der Geldanlage berücksichtigen, erleben seit einigen Jahren einen Boom. Asset Managern sollte das zu denken geben: "Der Aufschwung von sozialverantwortlichen Investments erinnert daran, dass Vermögensverwaltung auch eine gesellschaftliche Funktion hat", schreiben die Analysten der Banque de Luxembourg Investments (BLI) in ihrem aktuellen Marktbericht.

Diese Funktion geht weit über die Suche nach der höchstmöglichen Rendite hinaus. Vielmehr sollte die Geldanlage auch von der Frage getrieben sein, wie das Kapital der Gesellschaft einen Nutzen stiften kann. "Das erfordert jedoch die Einsicht, dass die Fixierung auf das Kurzfristige, das die Vermögensverwaltung heute prägt, dem Kunden nur schadet", schreiben die Autoren.

Unterschiedliche Ziele
Noch immer sei die Vermögensverwaltung stark auf Referenzindizes fixiert: Hat der Fonds den US-Aktienindex S&P 500 oder den europäischen Index Stoxx Europe 600 geschlagen? Die Analysten halten diese Denkweise für einen Fehler. Zum einen würden Kunden ganz unterschiedliche und individuelle Ziele verfolgen, und seien eben unter anderem auch von dem Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit getrieben.

Zum anderen aber würden sich die Indizes nicht mehr so stabil entwickeln wie noch vor 35 Jahren. "Einen Index zu schlagen, kann in einem solchen Fall nicht das vorrangige Ziel sein", schreiben die Autoren. (fp)