Immer mehr Investoren setzen auf Unternehmen, die besonders nachhaltig wirtschaften. Sie erhoffen sich davon nicht nur ein gutes Gewissen bei der Geldanlage, sondern auch eine ansehnliche Rendite. Für Anleger sind jedoch nicht nur absolute Vorbild-Unternehmen interessant, sondern auch solche, die sich erst vor Kurzem dazu entschlossen haben, verantwortungsvoll zu wirtschaften. "Titel mit durchschnittlichen ESG-Bewertungen besitzen das höchste Wertentwicklungspotential", sagt Heike Fürpaß-Peter, Anlageexpertin bei Lyxor.

Der Grund: ESG-Standards und Aktienkurse korrelieren stark. "Man spricht auch vom sogenannten ESG-Momentum – eine Kennzahl, welche sowohl positive als auch negative Veränderungen in Bezug auf Nachhaltigkeitskriterien quantifizierbar macht", sagt Fürpaß-Peter. In Modellrechnungen konnte das Index-Unternehmen MSCI nachweisen, dass Veränderungen des ESG-Profils einer Gesellschaft Auswirkungen auf die Bewertung und den Aktienkurs hatten, die sich nicht durch andere Faktoren oder sonstige Einflüsse erklären lassen. Das größte Potenzial nach oben weisen demnach Titel auf, die in Sachen Nachhaltigkeit nur durchschnittlich abschneiden.

Chancen für ETF-Investoren
Anleger können sich das ESG-Momentum auch über passive Vehikel erschließen. Der Aktienindex MSCI World Select ESG Rating and Trend Leaders Index, dem der MSCI World Index zugrunde liegt, spiegelt die Wertentwicklung von Unternehmen weltweit mit einem innerhalb ihres Sektors robustem ESG-Profil wider. Außerdem weisen die Titel einen positiven Trend auf. Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass sich ihr Nachhaltigkeitsprofil im Zeitverlauf noch verbessert. ETFs, die diesem Index folgen, haben seit Jahresbeginn eine Performance von mehr als 17,34 Prozent erzielt. (fp)