Es ist ein Megatrend, der zunehmend an Fahrt gewinnt: nachhaltiges Investieren. Wie stark diese Bewegung aber wirklich ist, zeigt eine jüngst veröffentlichte Studie der Strategieberatung von PricewaterhouseCoopers (PwC). Demnach könnten ESG-Investments in der DACH-Region bis zum Jahr 2024 ein Volumen zwischen 1,2 Billionen Euro und 3,8 Billionen Euro erreichen, und damit bis zu 55 Prozent des gesamten verwalteten Anlagevermögens ausmachen. "Der massive ESG-Trend lässt sich selbst durch die aktuelle COVID-19-Pandemie nicht aufhalten, sondern wird unseren Auswertungen zufolge dadurch sogar noch zusätzlich beschleunigt", sagt Utz Helmuth, Vermögensberater bei der PwC-Tochter Strategy & Schweiz.

Allein in den vergangenen drei Jahren haben sich institutionelle ESG-Investitionen verdreifacht, die von privaten Anlegern im gleichen Zeitraum sogar vervierfacht. In welchem Ausmaß Anleger diese Entwicklung vorantreiben, hängt laut PwC-Studie stark von künftigen EU-Regularien ab. Sofern die EU traditionelle Investmentstrategien nach wie vor erlaubt und reguläre Fonds die dominierende Asset-Klasse bleiben, dürften ESG-Anlagen weiterhin linear wachsen. Setzt die EU hingegen auf härtere Regularien könnten nachhaltige Investments sogar zur dominierenden Assetklasse werden.

Anleger fordern ESG-Investments
Vermögensverwalter sollten sich sorgfältig überlegen, welche Rolle sie bei der Transformation der Finanzwelt hin zu mehr Nachhaltigkeit spielen möchten. "Asset Manager müssen sich entscheiden, ob sie ESG-Vorgaben weiter als reines Pflichtthema betrachten oder sich stattdessen über ein spezifisches Angebot vom Wettbewerb differenzieren wollen", sagt Anlageprofi Helmuth. Denn Fakt ist: Anleger setzen vermehrt auf nachhaltige Investitionen. Beispiel Österreich: Dort zwingen "immer anspruchsvollere Anleger Vermögensverwalter, jetzt eine umfassende Strategie aufzusetzen, um der zunehmenden Komplexität im ESG-Dschungel mit durchdachten Angeboten zu begegnen", sagt Helmuth. (fp)