Eskalationsangst treibt Ölpreise auf Mehrjahreshoch
Steigende Spannungen im Nahen Osten lassen die Ölpreise weiter steigen. Marktteilnehmer fürchten eine Eskalation, die Angebot und Handel massiv beeinträchtigen könnte.
Die Ölpreise sind auf den höchsten Stand seit Beginn des Iran-Kriegs gestiegen angesichts der Sorge, die USA könnten ihre Angriffe wieder aufnehmen. Dies dürfte eine schnelle Reaktion aus Teheran auslösen und den Nahen Osten erneut in Turbulenzen stürzen.
Die globale Referenzsorte Brent ist am Donnerstag (30.4.) über die Marke von 122 US-Dollar pro Barrel gestiegen und hat damit den höchsten Stand seit Juni 2022 erreicht. Am Mittwoch (29.4.) hatte die Notierung um mehr als sechs Prozent zugelegt. Die US-Sorte West Texas Intermediate liegt nahe 109 Dollar.

US-Präsident Donald Trump wird am Donnerstag laut "Axios" vom US-Zentralkommando über neue mögliche militärische Optionen gegen den Iran informiert. Die Verhandlungen über die Wiederöffnung der Straße von Hormus waren ins Stocken geraten.
Militärische Optionen im Fokus
Das US-Militär hat die Verlegung von Hyperschallraketen in den Nahen Osten angefordert. Es wäre der erste Einsatz dieser Waffen durch die USA in der Region. Trump hatte zuvor gegenüber "Axios" erklärt, die Seeblockade iranischer Häfen erst aufheben zu wollen, wenn ein Atomabkommen mit Teheran erreicht ist.
Am Dienstag (28.4.) hatte Trump bei einem Treffen mit Öl- und Handelsmanagern über Maßnahmen gesprochen, mit denen die Blockade verlängert werden kann, während die Auswirkungen auf US-Verbraucher begrenzt bleiben.
Iran kündigt Reaktion an
Vertreter des Iran zeigen sich unterdessen unbeirrt. Mohsen Rezaee, Militärberater des Obersten Führers, kündigte laut Staatsfernsehen an, das Land werde reagieren, falls die US-Blockade fortgesetzt wird. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf warf Trump laut der Nachrichtenagentur "Tasnim" vor, Teheran durch wirtschaftlichen Druck und interne Spaltungen zur Kapitulation zwingen zu wollen.
Markt sieht düsteres Szenario
"Trump hat dem Markt die Hoffnung genommen, an die er sich geklammert hat – dass der Krieg kurz vor dem Ende steht", sagte Robert Rennie, Leiter der Rohstoffforschung bei Westpac Banking. "Händler sehen sich nun mit einer deutlich düstereren Realität konfrontiert: Beide Seiten glauben weiterhin, im Vorteil zu sein. Keine hat einen klaren Anreiz zu verhandeln – und die Energiepreise beginnen, stärker zu steigen." (mb/Bloomberg)














