Die Führung der Bank of Japan hat sich nach Angaben aus informierten Kreisen darauf vorbereitet, möglicherweise bereits im kommenden Monat mit dem Verkauf ihrer umfangreichen Bestände an börsengehandelten Fonds (ETFs) zu beginnen. Der Abbauprozess dürfte sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken.

Verkauf nur in kleinen Tranchen
Die Notenbank will diese Vermögenswerte demnach lediglich in kleinen Tranchen auf den Markt bringen. Dies sei im September auf einer Sitzung des geldpolitischen Ausschusses beschlossen worden, heißt es aus Kreisen. Laut Zentralbank belief sich der Marktwert der gehaltenen ETFs Ende September auf 83 Billionen Yen, umgerechnet rund 534 Milliarden US-Dollar. Der Buchwert lag bei 37,1 Billionen Yen.

Vorgesehen ist, die ETFs jährlich auf Basis des Buchwerts im Umfang von 330 Milliarden Yen zu veräußern. Eine einfache Hochrechnung zeigt, dass sich der vollständige Abbau bei gleichbleibendem Tempo über rund 112 Jahre erstrecken würde.

Markteinfluss soll minimal bleiben
Wie Insider berichten, will die Bank of Japan die Auswirkungen ihrer Verkäufe auf den Markt so gering wie möglich halten. Orientierung bietet dabei das Vorgehen bei Aktien problembehafteter Banken, die die Notenbank in den 2000er Jahren übernommen hatte. Es gelang, diese Bestände innerhalb von etwa zehn Jahren abzubauen, ohne die Finanzmärkte zu beeinträchtigen. Der Prozess wurde im Juli abgeschlossen.

Der japanische Aktienmarkt hat in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt. In der Folge ist auch der Marktwert der ETF-Bestände der Zentralbank erheblich gestiegen.

Flexibilität bei Krisen vorgesehen
Nach Angaben informierter Kreise plant die Notenbank, den Verkaufsprozess mit gleichmäßigen monatlichen Tranchen fortzuführen. An dem Ziel, den Markt möglichst wenig zu belasten, halte man fest. Sollte jedoch ein Ereignis wie die globale Finanzkrise von 2008 eintreten, sei ein Verkaufsstopp möglich.

Den Zuschlag für die Abwicklung der ETF-Verkäufe erhielt die Sumitomo Mitsui Trust Bank im Rahmen einer Ausschreibung, wie die Zentralbank bereits Anfang des Monats mitgeteilt hatte. (mb/Bloomberg)