Indexfonds sind bei vielen Investoren beliebt, weil sie eine konstengünstige Möglichkeit darstellen, Vermögen breit zu diversifizieren. Vielen Käufern ist jedoch nicht klar, welche Risiken sie sich damit ins Depot holen, warnt Seema Shah, Chefstrategin des US-amerikanischen Asset-Managers Principal Global Investors (PGI). Als Beispiel nennt sie den US-Index S&P 500, in dem wenige extrem hoch bewertete Titel sowie "Zombie"-Firmen mittlerweile ein übergroßes Gewicht einnehmen.

Die sogenannten FAMANG-Titel Facebook, Amazon, Microsoft, Apple, Netflix und Alphabet sind seit 2016 um rund 300 Prozent gestiegen, während der S&P 500 im gleichen Zeitraum "nur" um 88 Prozent zugelegt hat. Gleichzeitig machen allein die zehn größten Unternehmen im Index mittlerweile rund 28 Prozent von dessen Marktkapitaliserung aus. "Der enorme Lauf der Growth-Titel hat zu einem historischen Performance-Spread gegenüber Value-Aktien geführt", sagt Shah.

Ähnlichkeiten zur Dotcom-Blase
Die Spanne in den Bewertungen zwischen Growth und Value habe – unter Verwendung des sogenannten Forward-KBV – mittlerweile 3,6 Standardabweichungen über dem Durchschnitt erreicht. "Beide Kennzahlen sind höher als während der Dotcom-Blase", sagt die Strategien. 

Sie glaubt zwar auch, dass es bei einigen der "Mega-Cap-Namen" gute Gründe für Performance und Bewertung gibt. Dennoch sollten Anleger nicht blind dem Trend folgen. So gebe es beispielsweise einige Technologieunternehmen, die noch keinen Gewinn erwirtschaftet haben, aber trotzdem extrem im Preis gestiegen sind – dank der hohen Kapitalzuflüsse vonseiten diverser ETF-Fans in breite Indizes. (fp)