In den vergangenen Monaten sind die Aktienkurse rund um den Planten überraschend stark gestiegen. Trotz der schwächelnden Weltwirtschaft und des schwelenden Handelsstreits zwischen China und den USA ging es an den Börsen munter und stetig aufwärts. Die anziehenden Aktienkurse sind keine heiße Luft, sondern haben ein ökonomisches Fundament, sagt Frank Borchers, Portfoliomanager bei Ethenea. Konjunkturelle Frühindikatoren deuten darauf hin, dass sich viele Volkswirtschaften wieder erholen.

"Auf jeden Abschwung folgt irgendwann ein Aufschwung", sagt Borchers. "Soweit sind wir noch nicht, aber die Frühindikatoren für das verarbeitende Gewerbe konnten sich erst einmal stabilisieren." Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass die Talsohle durchschritten ist. Anleger sollten jetzt die Einkaufsmanagerindizes im Blick behalten, um festzustellen, ob die Erholung nachhaltig ist, rät der Ethenea-Experte. "Diese Stabilisierung rechtfertigt aus unserer Sicht allerdings nicht einen derart hohen Anstieg der Risikoassets", sagt er.

Liquidität macht Anleger glücklich
Wichtiger als die Konjunkturerholung war für Investoren zuletzt die Politik der Notenbanken in den USA und in Europa. Sowohl die Fed als auch die Europäische Zentralbank (EZB) stellen den Märkten wieder mehr Liquidität zur Verfügung. "Genau dieses Umfeld ist es, das sich auf Risikoassets wie Aktien positiv auswirkt und deren Entwicklung in den letzten Monaten erklärt", sagt Borchers. 

Die großen Notenbanken haben einen Kurswechsel vorgenommen und signalisiert, dass sie alles tun werden, damit die Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnt, sprich: den Geldhahn weiter geöffnet zu lassen. Sie werden die Märkte also unverändert mit ausreichend Liquidität versorgen, schätzt Borchers. Mittelfristig rechnet er dementsprechend mit weiter steigenden Aktienkursen. (fp)